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PKV publik 6.2013

Reinhold Schulte übergibt den Vorsitz des PKV-Verbandes an Uwe Laue
 

Reinhold Schulte übergibt den Vorsitz des PKV-Verbandes an Uwe Laue

Der Hauptausschuss des PKV-Verbandes wählte Uwe Laue einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Sowohl Laue als auch Gesundheitsminister Daniel Bahr würdigten Schultes Einsatz und dessen eindrucksvolle Erfolgsbilanz


 

Der Verband der Privaten Krankenversicherung hat Uwe Laue zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Er übernimmt das Amt von Reinhold Schulte, der mit Erreichen der Altersgrenze den Vorsitz niederlegt. Der PKV-Hauptausschuss, das höchste Entscheidungsgremium des Verbandes, wählte Laue einstimmig. Uwe Laue ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender der Debeka Versicherungen und seit 2004 Stellvertretender Vorsitzender des PKV-Verbandes. Auf Laues Vorschlag hin wählte der Hauptausschuss Reinhold Schulte zum Ehrenmitglied des Verbandes. Laue verwies auf die „enorme Erfolgsbilanz“ in den beinahe elf Jahren des Einsatzes von Reinhold Schulte an der Verbandsspitze.

Wenn man nur die Stichwörter zu den Themen höre, die die PKV-Branche in diesen Jahren bewegt hätten, könne man nur den Hut ziehen vor so viel Energie und Engagement – und vor so vielen Erfolgen, die Schulte erreicht habe.

Laue erinnerte daran, dass bei Schultes Amtsantritt eine rot-grüne Koalition unter Kanzler Gerhard Schröder und Vizekanzler Joschka Fischer regierte – und dass nur wenige Monate zuvor die Grünen-Ministerin Andrea Fischer durch die SPD-Ministerin Ulla Schmidt abgelöst worden war: „Mit diesen Namen verbinden wir alle eine lebhafte Erinnerung – vor allem an trickreiche Versuche, die Private Krankenversicherung zu schwächen. Ich nenne nur die außerordentliche Anhebung der Versicherungspflichtgrenze.“

Die Herausforderungen seien groß, zum Teil sogar existenziell gewesen, sagte Laue weiter und erinnerte an den Plan, die Private Krankenversicherung in den Gesundheitsfonds einzubeziehen. Und auch die Gesundheitsreform 2007 habe der Branche einige heftige Herausforderungen wie etwa die Drei-Jahres-Wartefrist für Angestellte oder den Zwang zur Einführung des Basistarifs beschert.

Es sei daher nicht weiter verwunderlich, dass Schulte mit der Ministerin Ulla Schmidt sowohl unter Rot-Grün als auch unter Schwarz-Rot viele harte Auseinandersetzungen gehabt hätte, bis hin zum Aufeinandertreffen im Saal des Bundesverfassungsgerichts bei der Verfassungsbeschwerde gegen die Regelungen des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetztes im Jahr 2009. Umso bemerkenswerter sei es, dass beide zugleich auf der persönlichen Ebene immer einen guten, respektvollen Umgang miteinander gepflegt hätten.

Unter Schultes Führung und auch dank seiner persönlichen Diplomatie habe die Branche diese politischen Herausforderungen bewältigen und in vielen Fällen Schlimmeres verhindern können. Allen politischen Hindernissen zum Trotz seien diese elf Jahre unter der Führung von Reinhold Schulte für die PKV eine Erfolgsgeschichte, bilanzierte Laue. Denn bei seinem Amtsantritt hatte die Branche 7,9 Millionen Vollversicherte, heute seien es rund 9 Millionen Menschen, also 14 Prozent mehr.

 
Der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue, und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr

Der neue Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue, und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr

 

Auch Gesundheitsminister Daniel Bahr betonte in seiner Rede auf der PKV-Jahrestagung, dass Schulte den Verband in oft schwierigem Fahrwasser erfolgreich geführt habe und immer ein zuverlässiger Ansprechpartner für das Ministerium gewesen sei. Er wies darauf hin, dass Schulte – wie Bahr selbst – Westfale sei, die sich durch eines auszeichneten: „Sie sind verlässlich, manchmal störrisch, aber am Ende, wenn man etwas vereinbart, dann steht das.“ An Laue gerichtet bot Bahr eine gute Zusammenarbeit im Dialog mit dem Ministerium an und wünschte ihm alles Gute für die kommende Zeit.

Die Medien berichteten wohlwollend über die Wahl Laues. So schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Dass Laue nun von Juli an die politisch hoch umstrittenen privaten Krankenversicherer in ihren schwierigen Gesprächen auf der Berliner Bühne repräsentieren wird, dürfte ihnen nützen. Sein Unternehmen steht mit einigen anderen dafür, dass die Arbeitsteilung im dualen Gesundheitssystem funktionieren kann. Vehement, aber an der Sache orientiert, streitet er gegen die Bürgerversicherung und verteidigt das Modell einer Krankenversicherung, die durch ihre Kapitalbildung demographieresistenter als die gesetzliche ist.“ Und die „Süddeutsche Zeitung“ kommentiert: „Der Versicherungskaufmann, der seit seiner Lehre bei der Debeka ist, vertritt die Interessen der Privaten Krankenversicherung mit Überzeugung. Seit Jahren sitzt er in einer Vielzahl von Gremien der Versicherungswirtschaft.“ Er suche nicht die Konfrontation, „das große, aggressive kämpferische Auftreten ist nicht sein Stil. Deshalb wird Laue vielleicht von manchem inner- und außerhalb der Branche unterschätzt. Das wird ihm nicht unrecht sein, kann er so doch seine Ziele besser verfolgen. Denn der gebürtige Schwabe hat bei aller Zurückhaltung ganz genaue Vorstellungen davon, wie es mit der Branche weitergehen sollte: Die PKV muss bleiben, das ist klar für ihn. Aber er weiß auch, dass die Versicherer ihre Hausaufgaben machen und sich an manchen Stellen kräftig  erneuern müssen.“