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PKV publik 5.2013

Aids-Prävention
 

Weiter hoher Aufklärungsbedarf

Der Anteil HIV-Infizierter in der PKV ist höher als in der Gesamtbevölkerung


 

Eine neue Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) zeigt, wie wichtig das Engagement der Privaten Krankenversicherung in der Aids-Prävention ist.

Eine HIV-Erkrankung löst neben großem menschlichem Leid auch erhebliche Kosten im Gesundheitssystem aus. Die Behandlung eines Infizierten verursachte in der Privaten Krankenversicherung (PKV) im Jahr 2011 durchschnittliche Kosten von über 19.000 Euro. Bei den heutigen Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung betragen die medizinischen Kosten einer HIV-Infektion über die gesamte Lebenszeit mehr als 500.000 Euro. Dieses Geld fehlt dann an anderer Stelle im Gesundheitswesen.

Auch aus diesem Grund fördert der PKV-Verband die Aids-Kampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Durch eine Vereinbarung, die 2005 erstmalig geschlossen und 2010 um fünf Jahre über wieder 3,2 Millionen Euro jährlich verlängert wurde, ermöglicht die PKV die Fortführung der BZgA­-Kampagne „Gib Aids keine Chance“.

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) macht nun deutlich, dass dieses Engagement gerade aus Sicht der PKV eine äußerst sinnvolle Maßnahme ist, denn sie zeigt, dass der Anteil der HIV-infizierten Menschen in der Privaten Krankenversicherung höher ist als in der Gesamtbevölkerung. So galten im Jahr 2011 etwas über 7.600 Menschen in der PKV als HIV-positiv. Im Verhältnis zu den laut Robert Koch Institut rund 50.000 Personen, die in Deutschland eine HIV-Therapie erthalten, entspricht dies einem Anteil von 15,2 Prozent. Da der Anteil der Privatversicherten in Deutschland derzeit bei rund 11 Prozent liegt, ergibt sich damit ein deutlich höherer Anteil an HIV-Patienten in der PKV als in der Gesamtbevölkerung. Und auch die Zahl der bekannt gewordenen Neuinfektionen war bei den Privatversicherten höher. Sie lag im Jahr 2011 bei 7,5 pro 100.000 Versicherten – ein deutlich höherer Wert als die 3,5 in der gesamten Bevölkerung.

Der Untersuchung des WIP liegen die Arzneimittelverordnungsdaten der Privatversicherten zugrunde. Erstmalig erfolgt eine Analyse zur Alters- und Geschlechtsverteilung der HIV-Infizierten in der PKV sowie eine Auswertung der Ausgaben für antiretrovirale Medikamente zur HIV-Therapie. Ergänzt wird die Auswertung durch die Aids-Statistik der PKV, die  sich aus den Meldungen der Versicherungsunternehmen über Neuinfektionen und verstorbene HIV-Infizierte zusammensetzt. Die Zahl der infizierten Personen wird dabei auf Grundlage der eingereichten Rechnungen ermittelt.

 

In der Studie des WIP konnte so die Bedeutung von HIV in der PKV von 2007 bis 2011 untersucht werden. In diesem Zeitraum sank die Zahl der neu bekannt gewordenen HIV-Fälle um 12 Prozent auf 673. Doch trotz dieses Rückgangs ist die Gesamtzahl der HIV-infizierten Versicherten gestiegen. So gab es im Jahr 2011 in der PKV 7.624 Personen, die eine HIV-Therapie erhielten. Das sind 32 Prozent oder 1.888 Menschen mehr als im Jahr 2007.

HIV-Infektionen kommen in allen Altersgruppen vor, wobei die Spitze in der PKV bei den 41- bis 50-Jährigen liegt. Die Zahl der Infizierten bei Männern ist 4,5mal höher als bei Frauen. Dies gilt allerdings nur im Durchschnitt und nicht über alle Altersgruppen. So gibt es bei den 11- bis 20-Jährigen fast doppelt so viele infizierte Mädchen wie Jungen. Auffällig ist vor allem die höhere Zahl von HIV-Fällen bei den 11- bis 15-jährigen Mädchen im Vergleich zu den Jungen. Dies könnte die Notwendigkeit einer gezielten Aufklärungsmaßnahme belegen.

255 HIV-Infizierte in der Privaten Krankenversicherung haben das 70. Lebensjahr und 42 sogar das 80. Lebensjahr bereits überschritten. Mit der steigenden Lebenserwartung von HIV-Infizierten erwachsen auch neue Herausforderungen, zum Beispiel im Zusammenspiel mit der Behandlung von „Alterskrankheiten“ oder im Umgang mit HIV-Infizierten in Pflegeheimen.

Die Ausgaben der Privaten Krankenversicherung für antiretrovirale Medikamente erhöhten sich von 2007 bis 2011 um 74 Prozent. Diese Steigerung ist auf die zunehmende Zahl der HIV-Infizierten in der PKV (plus 32 Prozent) und die höheren Ausgaben je Tagesdosis (plus 68 Prozent) zurückzuführen.

Die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten führen zu einem Anstieg der Zahl der HIV-Fälle. Die Lebenserwartung der Betroffenen hat sich deutlich erhöht und sich derjenigen von Nicht-Infizierten fast angeglichen. Doch auch wenn die antiretrovirale Therapie als wirksam gilt, ist die Infektion nach wie vor nicht heilbar und geht mit lebenslangem Behandlungsbedarf, belastenden Nebenwirkungen und hohen Krankheitskosten einher.

Um die HIV-Infektion zu verhindern, ist eine engagierte und zielgerichtete Präventionsarbeit daher weiterhin wichtig und notwendig. Dies zeigt, dass die PKV mit ihrer Unterstützung der Aufklärungsarbeit der BZgA mit über 3 Millionen Euro im Jahr auf dem richtigen Weg ist.