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PKV publik 4.2013

Mehr Sinn für Privates

Die Menschen in Deutschland sorgen immer mehr vor - im Trend liegen vor allem Pflegezusatzversicherungen

Die Private Krankenversicherung verzeichnete 2012 vor allem bei den Pflegezusatzversicherungen ein starkes Wachstum. Dieser Trend setzt sich in diesem Jahr mit dem neuen staatlich geförderten Vorsorgeprodukt fort.


 

Das Neugeschäft der Privaten Krankenversicherung hat auch im Jahr 2012 deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl der Verträge stieg netto um 552.900 auf insgesamt 32,03 Millionen Versicherungen, wie die Auswertung der vorläufigen Geschäftszahlen für 2012 ergab.

Besonders groß war das Wachstum bei Pflegezusatzversicherungen: Ihre Zahl nahm um 16,3 Prozent auf einen Gesamtbestand von 2,2 Millionen Versicherungen zu. „Die Debatte um die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung hat vielen die Augen dafür geöffnet, dass ihnen ohne zusätzliche private Vorsorge die finanzielle Überforderung im Pflegefall droht“, bilanziert der PKV-Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte. Daher sei es gut, dass der Staat die Bürger seit diesem Jahr beim Aufbau einer privaten Vorsorge unterstützt. Diese staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung kann von allen Mitgliedern der sozialen oder privaten Pflegepflichtversicherung abgeschlossen werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und noch nicht pflegebedürftig sind. Wenn sie monatlich mindestens 10 Euro in die Vorsorge investieren, erhalten sie weitere 5 Euro als staatliche Zulage.

Diese Unterstützung fällt auf fruchtbaren Boden: Nach einer Umfrage des PKV-Verbands bei seinen Mitgliedsunternehmen haben nach den ersten dreieinhalb Monaten des Jahres schon mehr als 70.000 Personen eine geförderte Police abgeschlossen. Inzwischen sind es deutlich mehr Versicherte, denn zurzeit schließen jeden Tag über 1.000 weitere Menschen eine geförderte Versicherung ab. „Die Unternehmen haben alle Hände voll zu tun, um die Anfragen der Bürger zu bearbeiten“, berichtet Schulte. Damit besitzt das neue Vorsorgeprodukt schon kurz nach seiner Einführung eine enorme Dynamik.

Auf Seite der Unternehmen bieten schon über 80 Prozent des Marktes das neue Produkt an – und das trotz der sehr kurzen Vorlaufzeit. Denn die entsprechende Rechtsverordnung, also die gesetzliche Kalkulationsbasis der neuen Tarife, war erst zum 4. Januar 2013 in Kraft getreten. „Auch aus Sicht unserer Branche ist klar: Die staatlich geförderte private Pflegevorsorge ist ein Zukunftsmodell“, so Schulte. Mit Blick auf die 80 Millionen Menschen, die insgesamt in Deutschland leben, gibt es aber noch immer einen großen Nachholbedarf.

Mehr als 23 Millionen Zusatzversicherungen

Auch bei anderen privaten Zusatzversicherungen gab es im vergangenen Jahr ein solides Wachstum: 573.000 neue Verträge wurden 2012 abgeschlossen, sodass zum Jahresende insgesamt 23,07 Millionen Zusatzversicherungen bestanden. Das ist ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Gesamtzahl der Zusatzversicherungen damit um fast zwei Drittel erhöht. Die Nachfrage der Bürger nach Angeboten, die über die Einheitsleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, ist also ungebrochen.

In der Krankenvollversicherung hat sich der Bestand 2012 leicht verringert: Insgesamt waren zum Jahresende 8,96 Millionen Menschen privat vollversichert. Das sind 0,2 Prozent weniger als 2011. Der Nettoneuzugang betrug minus 20.100 Personen, wobei dieser Rückgang vor allem in der ersten Jahreshälfte anfiel (minus 15.300 Personen). Im zweiten Halbjahr hat er sich deutlich abgeschwächt. In der Privaten Pflegepflichtversicherung waren Ende 2012 insgesamt 9,62 Millionen Menschen versichert.

Ursache des leichten Rückgangs in der Vollversicherung sind mehrere Sondereffekte: So stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt auf den höchsten Stand seit über 10 Jahren. Dabei sind viele privatversicherte Kleinselbstständige in ein festes Arbeitnehmerverhältnis gewechselt, mussten damit aber auch in die Gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren. Darüber hinaus hat auch die verpflichtende Einführung von Unisex-Tarifen zum Jahresende 2012 vor allem bei Frauen zu einer abwartenden Haltung geführt. Zudem gab es in den ersten Monaten des Jahres eine überaus kritische Welle an Medienberichten, in deren Fokus vor allem sogenannte Billigtarife standen. Mehrere Unternehmen haben die umstrittenen Tarife inzwischen eingestellt und damit bewusst auf Neuzugang aus diesem Kundensegment verzichtet.

Der Marktanteil der privaten Krankenvollversicherung steht trotz des minimalen Rückgangs im Neugeschäft 2012 auf einem Allzeit-Hoch. 11,4 Prozent der Versicherten in Deutschland sind inzwischen in der PKV. Fünf Jahre früher waren es erst 10,8 Prozent.

Beitragssenkung in der Pflegeversicherung

Die Beitragseinnahmen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung stiegen 2012 um 2,9 Prozent auf insgesamt 35,7 Milliarden Euro. Betrachtet man nur die Pflegepflichtversicherung, so verringerten sich die Einnahmen dank einer Beitragssenkung um 5,0 Prozent – obwohl mehr Leistungen in Anspruch genommen wurden als je zuvor. Das ist ein deutlicher Beweis für die Leistungsstärke der kapitalgedeckten Finanzierung.

Die ausgezahlten Versicherungsleistungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung beliefen sich 2012 auf insgesamt 23,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozent.

Einen Teil der Beiträge ihrer Kunden legt die Private Krankenversicherung als Vorsorge für die im Alter steigenden Gesundheitskosten auf dem Kapitalmarkt an. Diese Alterungsrückstellungen stiegen 2012 in der Krankenversicherung auf 155 Milliarden Euro und in der Pflegeversicherung auf 25 Milliarden Euro – zusammen also auf 180 Milliarden Euro. Das sind 6,2 Prozent mehr als 2011. „Unser nachhaltiges Prinzip der Kapitaldeckung erweist sich damit auch in der Banken- und Staatsschuldenkrise als krisenfest“, schlussfolgert Verbandschef Schulte.

 
 

Das Neugeschäft der Privaten Krankenversicherung hat auch im Jahr 2012 deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl der Verträge stieg netto um 552.900 auf insgesamt 32,03 Millionen Versicherungen, wie die Auswertung der vorläufigen Geschäftszahlen für 2012 ergab.

Besonders groß war das Wachstum bei Pflegezusatzversicherungen: Ihre Zahl nahm um 16,3 Prozent auf einen Gesamtbestand von 2,2 Millionen Versicherungen zu. „Die Debatte um die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung hat vielen die Augen dafür geöffnet, dass ihnen ohne zusätzliche private Vorsorge die finanzielle Überforderung im Pflegefall droht“, bilanziert der PKV-Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte. Daher sei es gut, dass der Staat die Bürger seit diesem Jahr beim Aufbau einer privaten Vorsorge unterstützt. Diese staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung kann von allen Mitgliedern der sozialen oder privaten Pflegepflichtversicherung abgeschlossen werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und noch nicht pflegebedürftig sind. Wenn sie monatlich mindestens 10 Euro in die Vorsorge investieren, erhalten sie weitere 5 Euro als staatliche Zulage.

Diese Unterstützung fällt auf fruchtbaren Boden: Nach einer Umfrage des PKV-Verbands bei seinen Mitgliedsunternehmen haben nach den ersten dreieinhalb Monaten des Jahres schon mehr als 70.000 Personen eine geförderte Police abgeschlossen. Inzwischen sind es deutlich mehr Versicherte, denn zurzeit schließen jeden Tag über 1.000 weitere Menschen eine geförderte Versicherung ab. „Die Unternehmen haben alle Hände voll zu tun, um die Anfragen der Bürger zu bearbeiten“, berichtet Schulte. Damit besitzt das neue Vorsorgeprodukt schon kurz nach seiner Einführung eine enorme Dynamik.

Auf Seite der Unternehmen bieten schon über 80 Prozent des Marktes das neue Produkt an – und das trotz der sehr kurzen Vorlaufzeit. Denn die entsprechende Rechtsverordnung, also die gesetzliche Kalkulationsbasis der neuen Tarife, war erst zum 4. Januar 2013 in Kraft getreten. „Auch aus Sicht unserer Branche ist klar: Die staatlich geförderte private Pflegevorsorge ist ein Zukunftsmodell“, so Schulte. Mit Blick auf die 80 Millionen Menschen, die insgesamt in Deutschland leben, gibt es aber noch immer einen großen Nachholbedarf.

Mehr als 23 Millionen Zusatzversicherungen

Auch bei anderen privaten Zusatzversicherungen gab es im vergangenen Jahr ein solides Wachstum: 573.000 neue Verträge wurden 2012 abgeschlossen, sodass zum Jahresende insgesamt 23,07 Millionen Zusatzversicherungen bestanden. Das ist ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Gesamtzahl der Zusatzversicherungen damit um fast zwei Drittel erhöht. Die Nachfrage der Bürger nach Angeboten, die über die Einheitsleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, ist also ungebrochen.

In der Krankenvollversicherung hat sich der Bestand 2012 leicht verringert: Insgesamt waren zum Jahresende 8,96 Millionen Menschen privat vollversichert. Das sind 0,2 Prozent weniger als 2011. Der Nettoneuzugang betrug minus 20.100 Personen, wobei dieser Rückgang vor allem in der ersten Jahreshälfte anfiel (minus 15.300 Personen). Im zweiten Halbjahr hat er sich deutlich abgeschwächt. In der Privaten Pflegepflichtversicherung waren Ende 2012 insgesamt 9,62 Millionen Menschen versichert.

Ursache des leichten Rückgangs in der Vollversicherung sind mehrere Sondereffekte: So stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt auf den höchsten Stand seit über 10 Jahren. Dabei sind viele privatversicherte Kleinselbstständige in ein festes Arbeitnehmerverhältnis gewechselt, mussten damit aber auch in die Gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren. Darüber hinaus hat auch die verpflichtende Einführung von Unisex-Tarifen zum Jahresende 2012 vor allem bei Frauen zu einer abwartenden Haltung geführt. Zudem gab es in den ersten Monaten des Jahres eine überaus kritische Welle an Medienberichten, in deren Fokus vor allem sogenannte Billigtarife standen. Mehrere Unternehmen haben die umstrittenen Tarife inzwischen eingestellt und damit bewusst auf Neuzugang aus diesem Kundensegment verzichtet.

Der Marktanteil der privaten Krankenvollversicherung steht trotz des minimalen Rückgangs im Neugeschäft 2012 auf einem Allzeit-Hoch. 11,4 Prozent der Versicherten in Deutschland sind inzwischen in der PKV. Fünf Jahre früher waren es erst 10,8 Prozent.

Beitragssenkung in der Pflegeversicherung

Die Beitragseinnahmen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung stiegen 2012 um 2,9 Prozent auf insgesamt 35,7 Milliarden Euro. Betrachtet man nur die Pflegepflichtversicherung, so verringerten sich die Einnahmen dank einer Beitragssenkung um 5,0 Prozent – obwohl mehr Leistungen in Anspruch genommen wurden als je zuvor. Das ist ein deutlicher Beweis für die Leistungsstärke der kapitalgedeckten Finanzierung.

Die ausgezahlten Versicherungsleistungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung beliefen sich 2012 auf insgesamt 23,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozent.

Einen Teil der Beiträge ihrer Kunden legt die Private Krankenversicherung als Vorsorge für die im Alter steigenden Gesundheitskosten auf dem Kapitalmarkt an. Diese Alterungsrückstellungen stiegen 2012 in der Krankenversicherung auf 155 Milliarden Euro und in der Pflegeversicherung auf 25 Milliarden Euro – zusammen also auf 180 Milliarden Euro. Das sind 6,2 Prozent mehr als 2011. „Unser nachhaltiges Prinzip der Kapitaldeckung erweist sich damit auch in der Banken- und Staatsschuldenkrise als krisenfest“, schlussfolgert Verbandschef Schulte.