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PKV PUBLIK AUSGABE 04/2013

GASTBEITRAG

Humanitärer Einsatz in Elendsgebieten der Welt
 

Bittere Armut, nagender Hunger und ansteckende Krankheiten. Dort, wo das Elend am größten ist, engagieren sich seit 30 Jahren die „German Doctors“. Sie helfen unentgeltlich Menschen in den Slums und Elendsgebieten der Welt medizinisch und weit darüber hinaus. Ein Zeugnis für Menschlichkeit und Solidarität. Von Harald Kischlat

 

Ein umfassendes und gut funktionierendes Gesundheitssystem. Was für uns in Deutschland so selbstverständlich ist, ist in vielen anderen Teilen der Welt Utopie. In den Slums der großen Metropolen sowie in den ländlichen Regionen vieler Entwicklungsländer leben Millionen Menschen in Verhältnissen, die für uns kaum vorstellbar sind. Dort fehlt es an allem: Geld, Bildung, Hygiene, gesundheitlicher Aufklärung, ausreichend (gesunder) Nahrung – und auch an einer medizinischen Grundversorgung. Oft ist der nächste Arzt unerreichbar weit entfernt. Ist einer in der Nähe, können sich die betroffenen Patienten weder die Behandlung noch wirkungsvolle Medikamente leisten und suchen ihn gar nicht erst auf. Das ist umso tragischer, als dass einige der an diesen Orten typischerweise verbreiteten Infektionen und Erkrankungen grundsätzlich gut zu heilen oder wenigstens zu behandeln sind. Doch die mangelnde ärztliche Versorgung führt leider viel zu oft zu schweren Krankheitsverläufen, zu Chronifizierungen und im schlimmsten Fall zum Tod.

Seit nunmehr 30 Jahren machen sich die „Ärzte für die Dritte Welt“ – auch bekannt als „German Doctors“ – auf den Weg in diese Regionen, um den Ärmsten der Armen vor Ort medizinisch zu helfen. Das Besondere: Die Ärzte beteiligen sich an den Flugkosten und investieren ihre rund sechs Wochen Jahresurlaub in die Einsätze. Auf diese Weise können Sie beides miteinander vereinbaren: ihren „normalen“ ärztlichen Job in Deutschland und ihr humanitäres Engagement im Ausland. Ein Erfolgsmodell. Seit dem ersten Einsatz zweier German Doctors im indischen Kalkutta haben mehr als 2.800 Ärzte bei fast 6.000 unentgeltlichen Einsätzen in medizinischen Notstandsgebieten dem Elend vor Ort die Stirn geboten. Aktuell behandeln wir jeden Tag rund 3.000 Patienten und verhelfen ihnen im Idealfall zu Gesundheit, mindestens aber zur Linderung ihrer Leiden und zu etwas mehr Menschenwürde. Viele Ärzte waren mehrfach im Einsatz, einige sogar weit über die üblichen sechs Wochen hinaus. Letzteres ist vor allem unseren engagierten Ärzten im „Ruhestand“ möglich.

Der Kern unserer Arbeit ist nach wie vor die medizinische Grundversorgung in den festen und mobilen Ambulanzen, Kliniken, Gesundheitszentren sowie „Rolling“ beziehungsweise „Mobile Clinics“. Doch mit dem Ziel einer höheren Nachhaltigkeit unseres Einsatzes initiieren und unterstützen wir, zum Teil in Kooperation mit der deutschen staatlichen Entwicklungshilfe, auch verschiedenste lokale Initiativen. Das Spektrum dieser Maßnahmen reicht von Bildung und Einkommen schaffenden Programmen (z. B. die Vergabe von Kleinkrediten) über Sozialarbeit, Gesundheits- und Erziehungsprogramme (z. B. Impfkampagnen, Aufklärung und Familienplanung) bis hin zu Agrar- und Umweltschutzprojekten. So haben wir im Laufe der Jahrzehnte ein sehr effektives Hilfsnetz gesponnen, das sich von unserer Hauptgeschäftsstelle – ab dem 1. Juni in Bonn – in zehn Arztprojekte sowie rund 20 Ergänzungs- und mehr als 100 Partnerprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika erstreckt. Dieses Netz möchten wir weiterknüpfen und zählen dabei auf die Unterstützung vieler Ärzte, Partner und Unterstützer.

 

Weitere Informationen unter: www.aerzte3welt.de
Spenden an Ärzte für die Dritte Welt: Kontonummer: 4 88 88 80, Evangelische Kreditgenossenschaft BLZ: 520 604 10