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PKV PUBLIK AUSGABE 02/2013

GASTBEITRAG

Wir möchten jeden Blutkrebspatienten retten

Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei ist die weltweit größte und erfolgreichste Stammzellspenderdatei. Die gemeinnützige Organisation verbindet weltweit Patienten, Stammzellspender, Helfer und Unterstützer. Das macht sie zum effektiven Lebensretter für Patienten mit Blutkrebs. Von Dr. Elke Neujahr

 

Die Zahlen sind alarmierend: Alle 45 Minuten erhält alleine in Deutschland ein Patient die Diagnose Leukämie. Bezogen auf alle Blutkrebserkrankungen vergehen sogar nur 16 Minuten zwischen zwei Diagnosen. Zahlreichen Patienten, darunter viele Kinder und Jugendliche, kann nur durch eine Stammzelltransplantation geholfen werden. Aus diesem Grund ist es das oberste Ziel der DKMS, neue potentielle Stammzellspender zu motivieren und in die Datei aufzunehmen, um das Leben von Patienten zu retten.

Zur Aufnahme als Spender ist eine Gewebeprobe per Wangenabstrich oder Blutentnahme erforderlich. Anhand der Gewebeprobe werden die Merkmale der sogenannten humanen Leukozyt-Antigene analysiert, die darüber Auskunft geben, ob mögliche Spender und Empfänger zusammen passen. Die Befunde werden gespeichert und stehen für den Patientensuchlauf weltweit anonym zur Verfügung. Bei Übereinstimmung mit einem Patienten erfolgen für den Spender ein gründlicher Gesundheitscheck und eine Aufklärung durch den Arzt. Um dem Spender Stammzellen zu entnehmen, gibt es zwei mögliche Verfahren: Die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenknochen (nicht zu verwechseln mit Rückenmark!) wird nur in ca. 20 Prozent der Fälle angewandt. Das Mark mit den Stammzellen wird mithilfe von Punktionsnadeln unter Vollnarkose entnommen. 1996 führte die DKMS als erste Datei weltweit eine zweite Entnahmemethode – die periphere Stammzellentnahme – ein, die heute in fast 80 Prozent der Fälle durchgeführt wird. Hierzu werden Stammzellen mit einem speziellen Verfahren ambulant aus dem Blut gesammelt, ihre Produktion wird zuvor durch ein hormonähnliches Präparat angeregt.

Bei der Suche nach neuen Spendern ist die DKMS auf Hilfe angewiesen – von Initiativgruppen, Unternehmen, Vereinen, Verbänden und Gemeinschaften wie der Bundeszahnärztekammer. Die aktuelle DKMS-Kampagne „Mund auf gegen Blutkrebs. Stäbchen rein, Spender sein“, nahm der Berufsstand der Zahnärzte zum Anlass, deutschlandweit in den Praxen über das Thema Stammzellspende zu informieren und den Zahnarztpatienten auch in Sachen Lebensspende auf den Zahn zu fühlen.

Seit 1991 sucht und vermittelt die DKMS Stammzellspender für Menschen mit Blutkrebs und anderen Erkrankungen am blutbildenden System. Mit über 3,4 Millionen Registrierten (davon 2,9 Millionen in Deutschland) ist sie die weltweit größte Fremdspenderdatei. Damit gibt sie sich jedoch nicht zufrieden, denn immer noch sucht jeder fünfte Patient, der eine Spende benötigt, vergeblich nach einem passenden Spender. Blutkrebs kennt keine Grenzen und aufgrund regionaler sowie nationaler Unterschiede der Gewebemerkmale weitet die DKMS ihre Arbeit nun auch auf andere Länder aus. Bisher ist sie in den USA, Polen, Spanien und England vertreten.

 

Weitere Informationen unter www.dkms.de