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PKV PUBLIK AUSGABE 02/2013

EDITORIAL


Liebe Leserinnen und Leser,

die Regelungen zu den neuen Unisex-Tarifen in der Versicherungsbranche sind nun auch rein formal in trockenen Tüchern. Bisher konnten die entsprechenden Vorschriften nicht verabschiedet werden, weil sich der Bundesrat noch über andere Teile des entsprechenden Gesetzespakets uneinig war. Nach einem Vorschlag des Vermittlungsausschusses treten die Regelungen nun aber wie erwartet rückwirkend zum 21. Dezember 2012 in Kraft.

Die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung (PKV) hatten die Unisex-Tarife, bei denen bei der Kalkulation nicht mehr nach Männern und Frauen unterschieden werden darf, ohnehin pünktlich zu diesem Stichtag eingeführt. Damit haben sie einmal mehr unter Beweis gestellt, dass auf die PKV als zentraler Akteur im deutschen Gesundheitssystem Verlass ist.

Wie wichtig die Branche für die Qualität der medizinischen Versorgung hierzulande tatsächlich ist, zeigt jetzt auch eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP), über die wir in der Titelgeschichte dieser Ausgabe berichten. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es in Ländern mit einem einheitlichen Sicherungssystem wesentlich stärkere Rationierungen gibt als in Deutschland. Mehr noch: Es wird gezeigt, dass diese Staaten in hohem Maße zur Entwicklung einer Zwei-Klassen-Medizin tendieren.

Bei uns in Deutschland sorgt hingegen der gesunde Wettbewerb zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung dafür, dass sich Kürzungen im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen wesentlich schwerer durchsetzen lassen. Alle, die die hervorragende Versorgungsqualität erhalten wollen, sollten daher die Finger von jeglichen Plänen zur Einführung eines Einheitssystems lassen.

Erfreulich ist, dass dieser Zusammenhang den Ärzten als zentralen Akteuren im Gesundheitswesen bewusst ist. In einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands der niedergelassenen Fachärzte und des Online-Ärztenetzwerks Hippokranet unter 2.100 Ärzten haben sich 86 Prozent der niedergelassenen Ärzte für das duale Krankenversicherungssystem aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung ausgesprochen.

Und sogar 90 Prozent lehnen ausdrücklich die Einführung einer Bürgerversicherung ab. Diese Ergebnisse lassen erwarten, dass sich auch weitere Akteure für den Erhalt unseres exzellenten Gesundheitssystems und gegen die Einführung einer Bürgerversicherung aussprechen, die Nachteile für alle Versicherten mit sich bringt.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr
Volker Leienbach