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PKV PUBLIK AUSGABE 01/2013

PFLEGE

Starkes Interesse an neuer Vorsorge
Seit Jahresbeginn gibt es die geförderte Pflegezusatzversicherung

Seit Jahresbeginn bieten Krankenversicherungsunternehmen die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung an. Sowohl der Versicherungs-Abschluss als auch der Bezug der Zulage sind dabei deutlich einfacher als bei anderen geförderten Produkten.

 
Großvater und Enkel lachen zusammen
 

Die neue geförderte Pflegezusatzversicherung (GEPV) ist hervorragend gestartet. Seit Jahresbeginn ist es fast allen Erwachsenen möglich, etwas gegen die drohende Finanzierungslücke im Fall einer Pflegebedürftigkeit zu tun. Das Interesse an dem neuen Produkt ist groß. Das zeigen zahlreiche Anfragen, die in diesen Tagen sowohl beim Verband der Privaten Krankenversicherung als auch bei einzelnen Versicherungsunternehmen eingehen.

Auch Verbraucherschützer bewerten die neue Versicherung positiv. So schreibt etwa die Stiftung Warentest auf ihrer Internetseite: „Um Vorsorge für die beträchtlichen privaten Aufwendungen in der Pflege zu treffen, kann eine solche Zusatzversicherung durchaus nützlich sein.“ Zudem berichten viele Medien über die steigende Zahl der Anbieter. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ schrieb zum Beispiel Mitte Januar: „Der Anfang ist ganz vielversprechend. Schon sechs Versicherer sind in den ersten zwei Wochen an den Markt gegangen, und ständig gibt es neue Ankündigungen.“

Einfache Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen der geförderten Pflegezusatzversicherung sind denkbar einfach. Sie kann von allen abgeschlossen werden, die in der sozialen bzw. der privaten Pflegepflichtversicherung versichert sind, sofern sie das 18. Lebensjahr vollendet haben und bei Vertragsabschluss nicht pflegebedürftig sind. Es gibt keine Altersgrenze nach oben. Damit Versicherte die staatliche Zulage von 5 Euro im Monat erhalten, muss ihr Vertrag bestimmte Mindestleistungen vorsehen. So muss beispielsweise in Pflegestufe III eine Leistung von mindestens 600 Euro monatlich vorgesehen sein. Für die anderen Pflegestufen sieht der Gesetzgeber ebenfalls Untergrenzen vor. Gleichzeitig muss der zu zahlende Beitrag inklusive der staatlichen Zulage mindestens 15 Euro monatlich betragen.

Der tatsächliche Beitrag richtet sich dabei nach den im Vertrag vereinbarten Leistungen und dem Lebensalter bei Vertragsabschluss. Gleichzeitig gilt für die anbietenden Unternehmen ein Annahmezwang. Etwaige Vorerkrankungen dürfen also nicht abgefragt werden und haben daher keinen Einfluss auf das Zustandekommen des Vertrages, den Versicherungsumfang oder die Beitragshöhe.

Da sich der zu zahlende Beitrag unter anderem nach dem Alter bei Vertragsabschluss richtet, ist die Versicherung für junge Menschen besonders preisgünstig. Wer etwa mit Anfang 20 einen entsprechenden Vertrag abschließt, wird für seinen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbeitrag von 15 Euro im Versicherungsfall deutlich mehr Geld als die gesetzlich vorgeschriebene Grundleistung erhalten. Die staatliche Zulage beträgt in diesem Fall beachtliche 33 Prozent des Beitrags. Deswegen ist ein Abschluss in jungen Jahren auch für Menschen mit geringem Einkommen erschwinglich und zu empfehlen. Gleichzeitig nehmen die Versicherungsunternehmen aber auch jeden auf, der sich in höherem Alter für die Pflegezusatzversicherung entscheidet. Der Beitrag wird ab einem gewissen Lebensalter zwar mehr als 15 Euro betragen. Dafür spielen aber eventuell bestehende Vorerkrankungen keine Rolle.

Doch egal ob alt oder jung: Für alle Versicherten gilt eine Wartezeit von 5 Jahren. Diese Frist ist eine Art Sicherungspuffer, mit dem eine ausreichende Kalkulation der Tarife gewährleistet wird. Damit ist sichergestellt, dass die Beiträge stabil gehalten werden können. Die Wartezeit ist aber auch ein zusätzlicher Anreiz, die geförderte Pflegezusatzversicherung möglichst in jungen Jahren abzuschließen, wenn das Risiko, pflegebedürftig zu werden, noch sehr gering ist.


Unkomplizierte Förderung

Neben den einfachen Zugangsbedingungen ist auch die Zahlung der staatlichen Zulage unkompliziert geregelt. Während andere geförderte Versicherungsmöglichkeiten wie etwa die Riester-Rente immer wieder kritisiert wurden, weil die Beantragung der staatlichen Zulage zu umständlich sei, haben die Versicherten in der GEPV hier keinerlei Mehraufwand. Die Auszahlung wird über eine zentrale Stelle bei der „Deutschen Rentenversicherung Bund“ abgewickelt. Mit Vertragsabschluss bevollmächtigt der Versicherungsnehmer seinen Versicherer, die Förderung dort regelmäßig zu beantragen. Alles Weitere übernimmt dann der Versicherer. Lediglich Änderungen der Zulagenberechtigung ­– wie etwa ein Wegfall der Pflegepflichtversicherung – muss der Versicherungsnehmer melden.

Insgesamt ermöglichen die Rahmenbedingungen den Versicherungsunternehmen, das neue Produkt unbürokratisch anzubieten. Darüber hinaus sehen die gesetzlichen Regeln vor, dass die Abschlusskosten das Zweifache des auf den ersten Monat entfallenden Beitrags nicht übersteigen dürfen. Bei einem Monatsbeitrag von 15 Euro sind das also höchstens 30 Euro. Auch für die Verwaltungskosten gibt es Höchstgrenzen. Sie dürfen 10 Prozent der Bruttoprämie nicht übersteigen. Durch die unbürokratischen Rahmenbedingungen sind in der GEPV deutlich geringere Verwaltungskosten möglich als in den klassischen Pflegezusatzversicherungen.

Angesichts des demografischen Wandels werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr Familien Pflegebedürftige in ihren Reihen zu versorgen und zu finanzieren haben. Jeder sollte sich daher frühzeitig über zusätzliche Absicherungsmöglichkeiten Gedanken machen. Die neue Pflegezusatzversicherung bietet dafür eine hervorragende Möglichkeit.

 

Weitere Informationen unter www.pkv.de