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PKV publik 1.2013

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Wochen hatten die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung und ihre Mitarbeiter eine wahre Herkulesaufgabe zu bewältigen: Sie mussten ihre gesamte Tarifwelt – vom Vollschutz bis zur einzelnen Zusatzversicherung – auf eine neue Grundlage stellen. Denn seit dem 21. Dezember 2012 darf bei der Kalkulation nicht mehr nach Männern und Frauen unterschieden werden.

Gleichzeitig arbeiteten die Versicherer mit Hochdruck an der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung, deren abschließendes Regelwerk erst kurz vor Weihnachten vorlag. Doch schon wenig später waren im Januar die ersten förderfähigen Pflegezusatztarife auf dem Markt; inzwischen sind viele weitere Anbieter gefolgt. Man kann daher mit Stolz sagen, dass die Branche beide Herausforderungen hervorragend gemeistert hat.

Mit Blick auf die Zukunft sollte die Private Krankenversicherung nun mit mehr Ruhe rechnen dürfen – jedenfalls, wenn es nach dem Willen der Bürger geht. Das zeigt eine große Umfrage, die das Allensbach-Institut wie jedes Jahr für den aktuellen Gesundheitsreport im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP erstellt hat.

Die Bürger sind mit dem Gesundheitswesen so zufrieden wie schon seit vielen Jahren nicht mehr: 82 Prozent der Befragten finden die Gesundheitsversorgung sehr gut oder gut, das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dies ist ein deutliches Signal im Wahljahr, die hochwertige Versorgung nicht durch radikale Reformen in Frage zu stellen. Übrigens: Von den Ärzten stellen dem System sogar 93 Prozent ein gutes oder sehr gutes Zeugnis aus.

Ein Großteil der Ärzte kann wiederum die Unverzichtbarkeit der Privaten Krankenversicherung aus eigener Erfahrung belegen: So befürchten 60 Prozent der Fachärzte, dass ihre Praxis ohne Privatpatienten nicht überleben könnte. Unter allen niedergelassenen Ärzten sind nach eigenen Angaben über die Hälfte auf die Existenz der PKV angewiesen. Zugleich sehen mehr als zwei Drittel der niedergelassenen Ärzte ihre Therapiefreiheit durch den Kostendruck bedroht. Hier dient die Private Krankenversicherung als wichtiges Korrektiv im System. Denn ihre umfassende Leistungsgarantie ohne Budgetgrenzen und ihre Offenheit für medizinische Innovationen schützt alle Versicherten in Deutschland vor Rationierung.

Die Bundesregierung hat sich eindeutig zum bewährten Zwei-Säulen-System aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung bekannt. Ihre Gesundheitspolitik, die damit für pragmatische Lösungen anstelle von radikalen Reformen steht, hat nun das beste Zeugnis seit Jahren erhalten. So ist auch diese neueste Umfrage eine klare Bestätigung des dualen Krankenversicherungssystems.


Volker Leienbach