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PKV PUBLIK AUSGABE 10/2012

ORGANSPENDE

Herzensangelegenheit
Die PKV-Unternehmen bereiten die Information ihrer Versicherten zur Organspende vor

Die Private Krankenversicherung unterstützt das politische Ziel, die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen. Wie gesetzlich vorgesehen, werden künftig alle Versicherten regelmäßig über das Thema informiert und zu einer Entscheidung ermuntert.

 

Eine Organspende kann Leben retten und Lebensqualität zurückbringen. Doch während es in Deutschland prinzipiell eine hohe Spendebereitschaft gibt, haben sich nur die wenigsten Menschen klar für die Verwendung ihrer Organe nach dem Tod entschieden. So sind laut einer repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zwar drei von vier Deutschen bereit, Organe zu spenden. Doch nur einer von vieren bekennt sich dazu mit dem erforderlichen Organspendeausweis.

Es mag auch an dieser Diskrepanz liegen, dass in vielen EU-Staaten deutlich mehr Organe verpflanzt werden können als bei uns. Vorzeigeland ist Spanien: Pro einer Million Einwohner spenden dort 32 Menschen nach ihrem Tod Organe, in Deutschland sind es mit knapp 16 nur die Hälfte. Die Folge: Aktuell warten hierzulande rund 12.000 Patienten und Patientinnen auf eine Organspende. Pro Tag sterben in unserem Land drei Menschen, weil für sie kein passendes Spenderorgan zur Verfügung steht.

Damit sich die Deutschen in Zukunft intensiver mit dem Thema befassen, hat der Gesetzgeber im Sommer dieses Jahres über Parteigrenzen hinweg eine wichtige Neuregelung beschlossen (vgl. PKV Publik 6/2012). In Zukunft soll jedermann dazu motiviert werden, sich ausführlich mit der Organ- und Gewebespende auseinanderzusetzen und eine unabhängige Entscheidung zu treffen. Eine wichtige Rolle schreibt das Gesetz dabei den gesetzlichen Krankenkassen und den Unternehmen der Privaten Krankenversicherung zu: Sie sollen künftig alle Versicherten, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, regelmäßig und umfassend über das Thema Organspende informieren.

Somit werden auch Privatversicherte künftig alle zwei Jahre angeschrieben und zu einer freiwilligen Entscheidung zur Organ- und Gewebespende motiviert. Die Private Krankenversicherung unterstützt aus voller Überzeugung das damit verbundene Ziel, die Organspendebereitschaft in Deutschland zu steigern.

Dabei bleibt der Grundsatz der Freiwilligkeit erhalten: Auch wenn der Gesetzgeber einräumt, die Zahl der Spendeorgane erhöhen zu wollen, wird niemand dazu gezwungen, in dieser Frage verbindlich Position zu beziehen. Allerdings: Nur wer sich selbst entscheidet und seinen Entschluss auch bekundet – ob für oder gegen eine Spende nach dem Tode –, kann seinen Angehörigen im Todesfall eine zusätzliche Belastung ersparen. Denn sie müssen die Entscheidung treffen, wenn keine eindeutige Erklärung des Verstorbenen zur Organ- und Gewebespende vorliegt.

Damit ihre Versicherten eine solche Entscheidung auch dokumentieren können, stellen die PKV-Unternehmen ihnen kostenlos Organspendeausweise zur Verfügung. Alternativ können sich Interessierte den Ausweis (siehe Abbildung unten) nebst weiteren Informationen auch über die BZgA besorgen, die dafür eine eigene Internetplattform eingerichtet hat.

Bei der Organvergabe spielt es übrigens auch weiterhin keine Rolle, ob ein Patient auf der Warteliste privat oder gesetzlich krankenversichert ist. Die Verteilung von Organen erfolgt wie bisher ausschließlich nach medizinischen Kriterien wie der Dringlichkeit und Erfolgsaussicht der Transplantation.

 

www.organspende-info.de

Ansicht eines Organspendeausweis als PDF-Download (PDF-Dokument, 117.9 KB).

 

Einige wichtige Fragen zur Organspende


Muss ich mich in Sachen Organspende festlegen?

Nein. Es gibt keinen Zwang, sich für oder gegen eine Organspende nach dem Tode zu entscheiden. Im Todesfall müssten dann aber die Angehörigen eine Entscheidung treffen.

Wird meine Entscheidung registriert?

Nein. Der einzige Nachweis einer getroffenen Entscheidung ist das Mitführen des Spendeausweises. Weder Versicherungsunternehmen noch andere Stellen erfassen, ob und wie dieser ausgefüllt worden ist.

Kann ich meine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende ändern?

Ja. Wer seine Einstellung überdacht und geändert hat, muss lediglich den Organspendeausweis, in dem der erklärte Wille vermerkt war, vernichten. Idealerweise sollte die veränderte Einstellung dann auch auf einem neuen Ausweis festgehalten werden.