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PKV PUBLIK AUSGABE 10/2012

GASTBEITRAG

Nationales Gesundheitsziel „Gesund älter werden“

Gesundheitsziele sind ein Steuerungsinstrument, mit dem das Gesundheitswesen stärker auf konkrete Ziele ausgerichtet werden soll. Damit wird zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung beigetragen. Plattform für den nationalen Prozess ist der Kooperationsverbund gesundheitsziele.de.
Von Rudolf Herweck

 

Der Kooperationsverbund gesundheitsziele.de hat im Januar dieses Jahres als siebtes nationales Ziel das Gesundheitsziel „Gesund älter werden“ verabschiedet. Es beschreibt, wie im Sinne von Gesundheitsförderung und Prävention die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, dass älter werdende Menschen ihre Gesundheit erhalten oder verbessern können. Die Möglichkeiten der günstigen Einflussnahme auf die Gesundheit sind auch im Alter sehr vielfältig. Dem Ziel liegt deshalb ein breiter Ansatz zugrunde. In drei Handlungsfeldern werden 13 themenspezifische Ziele formuliert und dazu Empfehlungen für Maßnahmen gegeben, die zur Erreichung der Ziele beitragen können.

Bei dem Handlungsfeld I („Gesundheitsförderung und Prävention“) geht es darum, wie die Autonomie älterer Menschen möglichst lange durch Gesundheitsförderung und Prävention erhalten bleiben kann. Erörtert werden wegen ihrer Bedeutung für die allgemeine Gesundheit die Themen gesellschaftliche Teilhabe, Stärkung der Ressourcen, körperliche Bewegung, ausgewogene Ernährung und Mundgesundheit älterer Menschen.

Das Handlungsfeld II („Medizinische, psychosoziale und pflegerische Versorgung“) behandelt die Frage: Wie können die Versorgungsstrukturen angesichts der zunehmenden Zahl älterer Menschen und angesichts des höheren Risikos von Chronizität und Multimorbidität weiterentwickelt werden? Es nimmt in Bezug auf ältere Menschen die Versorgungsstrukturen, die notwendige Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe sowie die Situation betreuender und pflegender Angehöriger in den Blick.

Im dritten Handlungsfeld („Besondere Herausforderungen“) wird die Frage gestellt, wie die Besonderheiten bewältigt werden können, die sich aus der Zunahme der Zahl älterer, vor allem hochbetagter Menschen, und der damit verbundenen Veränderung des Krankheitsspektrums ergeben. Behandelt werden die Themen Behinderung, psychische Gesundheit, Demenz, Multimorbidität und Pflegebedürftigkeit.

Dem Kooperationsverbund gesundheitsziele.de gehören nicht nur Krankenversicherungen, Ärzteverbände und sonstige Akteure des Gesundheitswesens an. Es gibt eine Reihe von Akteuren über den Gesundheitssektor hinaus, denn auch andere Bereiche können über gesundheitsförderliche oder präventive Lebensverhältnisse älterer Menschen entscheiden. Man denke an Wohnungsverhältnisse, das Wohnumfeld, Verkehrsverhältnisse, Erreichbarkeit von Ärzten, Geschäften, Kinos, Cafés, Parks, Sportstätten oder an Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe oder politischen Partizipation. Am Gesundheitszieleprozess sind daher weitere Akteure beteiligt, wie Kommunen, Patientenorganisationen, Selbsthilfeorganisationen, sonstige Vereinigungen und Verbände, Wohnungswirtschaft. Gerade das ist elementar. Es ist Ausdruck der Erkenntnis, dass Gesundheitspolitik über den reinen Gesundheitssektor hinausgeht. Gerade in der Zusammenarbeit mit diesen Akteuren liegt für die Krankenversicherungen eine Chance, Kräfte zu bündeln und so die jeweils eigene Wirkung zu verstärken.

 

Der vollständige Bericht im Internet: www.gesundheitsziele.de