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PKV PUBLIK AUSGABE 09/2012

PKV

Solides Wachstum

Die endgültigen Branchenzahlen für das Jahr 2011 belegen das anhaltend
hohe Interesse am Abschluss einer Privaten Krankenversicherung

Der Nettoneuzugang in der Krankenvollversicherung hat sich auf dem guten Niveau des Vorjahres stabilisiert. Bei den Zusatzversicherungen verzeichnete die PKV erneut ein starkes Wachstum.

 

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Interesse am Abschluss einer Privaten Krankenversicherung (PKV) war auch im Jahr 2011 ungebrochen. Mehr als 230.000 Menschen haben sich bis Ende Dezember für einen privaten Krankenvollversicherungsvertrag entschieden. Das sind mehr als im Jahr zuvor. Das zeigt der aktuelle Zahlenbericht des PKV-Verbands, der die endgültigen Branchenzahlen des vergangenen Jahres aufführt. Natürlich haben im selben Zeitraum auch einige Menschen die Private Krankenversicherung wieder verlassen.

Doch der Nettoneuzugang in der Vollversicherung – also der Saldo aus Zu- und Abgängen – entspricht mit 80.900 Personen in etwa dem des Vorjahres und blieb damit stabil. Dabei ist zu bedenken, dass ein Wechsel in die PKV immer freiwillig erfolgt, eine Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung jedoch in aller Regel aufgrund gesetzlicher Bestimmungen erzwungen wird. Zum Jahresende waren damit insgesamt 8,98 Millionen Menschen privat vollversichert.

Die Private Pflegeversicherung zählte zum Jahresende 9,7 Millionen Versicherte. Der Bestand in der Pflegeversicherung weicht von der Krankheitsvollversicherung ab, da auch einige freiwillig gesetzlich Versicherte sowie die Versicherten der verbundenen Einrichtungen „Postbeamtenkrankenkasse“ und „Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten“ privat pflegeversichert sind.

Zudem gab es Ende des Jahres 2011 etwa 22,5 Millionen Zusatzversicherungen. Sie verzeichnen damit erneut einen Anstieg um rund eine halbe Million gegenüber dem Vorjahr. Damit setzte sich der Wachstums­trend in diesem Bereich auch im vergangenen Jahr fort. Dies zeigt, dass immer mehr Menschen eine zusätzliche Absicherung zu ihrer Vollversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung für sinnvoll und notwendig halten.

Vor allem die Pflegezusatzversicherung konnte mit einem Plus von 10,64 Prozent einen deutlichen Zuwachs verzeichnen. Damit hatten Ende des vergangenen Jahres rund 1,88 Millionen Menschen einen Zusatzschutz zur Pflegepflichtversicherung. Angesichts der beständigen Alterung der Gesellschaft und der damit einhergehenden zunehmenden Zahl pflegebedürftiger Menschen ist dies allerdings noch nicht sehr viel. Vor diesem Hintergrund wird einmal mehr deutlich, dass die Einführung der geförderten Pflegezusatzversicherung ab dem Jahr 2013 ein richtiger Schritt ist, der es vielen Menschen erleichtern wird, sich besser gegen eine drohende Verarmung im Pflegefall zu schützen.

Die Beitragseinnahmen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung stiegen 2011 um 4,2 Prozent auf insgesamt 34,7 Milliarden Euro. Der Zuwachs in der Krankenversicherung um 4,5 Prozent auf 32,6 Milliarden Euro liegt unter dem Vorjahreswert von 5,7 Prozent. In der Pflegeversicherung stiegen die Einnahmen ebenfalls schwächer als im Vorjahr um 0,4 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro (2010: plus 1,1 Prozent). Die Krankheitsvollversicherung hatte 2011 einen Anteil von 72,6 Prozent an den Gesamtbeitragseinnahmen. Zusatzversicherungen hatten mit 19,3 Prozent einen deutlich geringeren Anteil, ebenso die Pflegeversicherung mit 6,1 Prozent und Besondere Versicherungsformen mit rund 2 Prozent.

Die Versicherungsleistungen der Privaten Krankenversicherung stiegen 2011 um 3,9 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro (2010: plus 3,7 Prozent). Der Anstieg lag erneut deutlich über der allgemeinen Preissteigerung von 2,3 Prozent. Die Leistungen der Pflegeversicherung erhöhten sich um 3,1 Prozent auf 720,5 Millionen Euro (2010: plus 4,7 Prozent). Insgesamt liegen die Leistungen damit bei 22,8 Milliarden Euro.

Für 2012 kann die Private Krankenversicherung mit einer Steigerung ihrer Beitragseinnahmen um 3,4 Prozent auf 35,9 Milliarden Euro rechnen. Bei der Pflegeversicherung sinken die Einnahmen dank einer Beitragssenkung um 3,6 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro – was natürlich eine gute Nachricht für die Versicherten ist. Die ausgezahlten Versicherungsleistungen erreichen Ende 2012 voraussichtlich eine Höhe von 23,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 4,8 Prozent. Der Kostenanstieg bleibt somit auch 2012 deutlich über der allgemeinen Preissteigerung.

Die Kapitalanlagen der PKV haben sich ungeachtet aller Nachwirkungen der Staatsschuldenkrise weiter positiv entwickelt. Die Alterungsrückstellungen stiegen bis Ende 2011 um 7,2 Prozent auf 169,4 Milliarden Euro: 145,4 Milliarden Euro in der Krankenversicherung (plus 7,3 Prozent) und 24,0 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung (plus 6,6 Prozent). Mit knapp 4,1 Prozent durchschnittlicher Nettoverzinsung hat die Branche den Höchstrechnungszins von 3,5 Prozent erneut sicher bedient.

Die Zahlen zeigen, dass die PKV ein stabiles Versicherungssystem ist und bleibt.

 

Weiteres Informationsmaterial:

Grafik "Versicherungsbestand Private Krankenversicherung" als PDF-Download. (PDF-Dokument, 790.6 KB)

 

Der aktuelle PKV-Zahlenbericht im Internet: www.pkv.de/zahlen