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PKV PUBLIK AUSGABE 09/2012

MELDUNG

Pflegekosten sind für viele zu hoch

 

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die trotz vorhandener Pflegepflichtversicherung ihre Pflegekosten nicht alleine tragen können, wächst weiter an. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der Betroffenen im Jahr 2010 um etwa 5 Prozent auf 411.000 Pflegebedürftige. Bei insgesamt 2,3 Millionen Pflegefällen war fast jeder fünfte Pflegebedürftige davon betroffen (17, 9 Prozent).

Die Pflegepflichtversicherung wurde 1995 als Teilkaskoversicherung eingeführt. Das bedeutet, dass die Versicherung im Pflegefall nur einen Teil der anfallenden Leistungen abdeckt. Im Leistungsfall schließt der Versicherte die vorhandene Lücke zunächst aus eigenen Mitteln, zum Beispiel mit seiner Rente. Kann der Versicherte die Pflegekosten nicht selbst tragen, haften dann die Eltern oder Kinder. Erst in letzter Instanz können staatliche Pflegehilfen beantragt werden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Bruttoausgaben der Pflegehilfe in nur 10 Jahren um ein Sechstel von 2,9 Milliarden Euro auf über 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2010 gestiegen. Heute kostet ein Heimplatz für Pflegebedürftige der Stufe 3 im bundesdeutschen Durchschnitt fast 3.000 Euro. Die Pflegepflichtversicherung leistet in dieser Stufe jedoch nur 1.550 Euro, in besonderen Härtefällen bis zu 1.918 Euro. Ende 2011 befanden sich knapp 12 Prozent der Pflegefälle in der Pflegestufe 3.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Einführung der geförderten privaten Pflegezusatzversicherung ein richtiger Schritt ist. Durch den staatlichen Zuschuss wird der Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung für viele attraktiver. Dieser Schutz hilft, Armut im Pflegefall zu vermeiden.