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PKV PUBLIK AUSGABE 06/2012

EDITORIAL


Liebe Leserinnen und Leser,

Sie werden in den vergangenen Wochen bei der Lektüre der Medien gelegentlich bemerkt haben, dass Gegner der Privaten Krankenversicherung einige Negativ-Schlagzeilen ausgelöst haben. Nun will ich mich gar nicht darüber beklagen, dass diese Angriffe oft auf verzerrenden Darstellungen von nicht repräsentativen Einzelfällen beruhten oder sogar auf nachweislich unwahren Behauptungen. Vielmehr möchte ich hier von den erfreulichen „Nebenwirkungen“ berichten, die diese Medienwelle in Sachen PKV ausgelöst hat. Sie hat nämlich die Unterstützer und überzeugten Kunden der PKV auf den Plan gerufen und dazu motiviert, für das gut funktionierende PKV-System einzutreten.

Auch viele Repräsentanten der Ärzteschaft haben sich zu Wort gemeldet. Der Deutsche Ärztetag hat ein klares Bekenntnis zur PKV ausgesendet. Ärztepräsident Dr. Frank Ulrich Montgomery hat dort erläutert, warum unser Gesundheitswesen insgesamt vom Wettbewerb zwischen den Systemen profitiert. Wenn sich die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nicht mehr an den Leistungen des Konkurrenten PKV messen lassen müsse, „hätten wir heute schon einen sehr viel schlankeren Leistungskatalog in der GKV“, warnte Montgomery. Die von manchen Politikern geforderte Bürgerversicherung sei somit „nichts weiter als der ‚Turbolader‘ der Zwei-Klassen-Medizin“. In einer Einheitsversicherung würde den Patienten und Ärzten künftig von Bürokraten diktiert, wie Medizin auszusehen habe.

Es wird Sie nicht wundern, dass wir Dr. Montgomery gerne als Gastredner zur PKV-Mitgliederversammlung 2012 eingeladen haben, zumal er generell für klare und muntere Worte bekannt ist. In seiner Rede ging es freilich nicht um Bürgerversicherungs-Modelle, sondern um Herausforderungen durch die demografische Entwicklung (siehe Bericht auf Seite 6).

Es sind beileibe nicht nur die offiziellen Vertreter der Ärztekammern, sondern viele praktizierende Ärzte aus allen Teilen Deutschlands, die sich mit Erfahrungen aus ihrem Alltag zu Wort melden. Etwa mit Leserbriefen, die darauf hinweisen, welche positiven Auswirkungen die PKV auch für gesetzlich Versicherte hat. Etliche Ärzte warnen, dass sie ohne Privatversicherte ihre Praxis nicht länger wirtschaftlich betreiben könnten und schließen müssten.

Spitzenvertreter wichtiger gesellschaftlicher Gruppen vom Deutschen Beamtenbund über die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände oder die CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung haben sich für das System der Dualität im Gesundheitswesen eingesetzt. Die vielfältigen Reaktionen zeigen, dass politische Planspiele für eine Vereinheitlichung von GKV und PKV oder gar für eine Einheits-Bürgerversicherung kein Gewinnerthema sind, insbesondere nicht in der bürgerlichen Mitte unserer Gesellschaft.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach