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PKV PUBLIK AUSGABE 04/2012

TITEL

Mit Brief und Siegel

Patienten erhalten bessere Informationen über die Behandlung im Krankenhaus

Eine neue Vereinbarung zwischen dem PKV-Verband und den Krankenhäusern der Asklepios-Gruppe ermöglicht es Patienten, sich besser über medizinische Qualität und Serviceleistungen zu informieren.

 

Privatpatienten können sich auf eine hervorragende medizinische Versorgung und bestmögliche Serviceleistungen verlassen. Damit das so bleibt, drängt die Private Krankenversicherung (PKV) – wo immer dies rechtlich möglich ist – im Interesse ihrer Versicherten auf weitere Verbesserungen des Leistungsangebots. Ganz aktuell hat der PKV-Verband nun einen Vertrag mit dem Klinikverbund Asklepios geschlossen. Durch die seit dem 1. Mai gültige Vereinbarung erhalten Patienten nun bessere Informationen über Qualität und Service im stationären Bereich.

Die teilnehmenden Krankenhäuser werden mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der definierten Qualitätskriterien im medizinischen und im Servicebereich überprüft. Werden die Anforderungen erfüllt, erhält das Haus ein Gütesiegel des PKV-Verbands. An diesem Siegel können Patienten erkennen, dass die entsprechenden Krankenhäuser zum einen eine hohe medizinische Qualität und zum anderen ein gutes Komfort-Niveau bieten. Dazu zählen insbesondere die Unterkunft in einem Ein- oder Zweibettzimmer sowie die damit verbundenen weiteren Verpflegungs- und Serviceleistungen.

Voraussetzung ist eine hohe medizinische Qualität

Grundvoraussetzung für die Ausstellung des Siegels ist eine gute medizinische Qualität der Versorgung. Zu deren Nachweis werden die Qualitätsdaten der Krankenhäuser nach der Systematik der gesetzlichen Qualitätssicherung im Krankenhaus herangezogen. Ergänzend kann auch auf weitere etablierte Systeme der Qualitätsmessung zurückgegriffen werden.

Bei der Vereinbarung zwischen PKV und Asklepios-Gruppe wurden die ergänzenden Informationen des Portals von „qualitätskliniken.de“ herangezogen. Damit werden neben der Medizinqualität auch Aspekte der Patientensicherheit, der Patientenzufriedenheit und der Einweiserzufriedenheit berücksichtigt (vgl. PKV pulik 7/2010). Die Kliniken, die ihre Leistungen dort transparent machen und gut abschneiden, kommen als Qualitätspartner in Betracht. Die Einbeziehung der Medizinqualität in Kooperationen mit Krankenhäusern ergänzt die bisherigen Aktivitäten der PKV und macht das Angebot für die Patienten und Versicherten noch werthaltiger.

Nur dann, wenn ein Krankenhaus bei der medizinischen Qualität gute Leistungen vorweisen kann, wird ergänzend das Angebot im Bereich der Wahlleistung Unterkunft berücksichtigt. Diesbezüglich hat der PKV-Verband bisher mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft im Jahr 2002 eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen. Bei der Umsetzung dieser Vereinbarung konnte mit vielen Krankenhäusern eine deutliche Verbesserung der Wahlleistung Unterkunft bei angemessenen Entgelten erzielt werden. Insgesamt schloss die PKV bisher mit über 1.500 Krankenhäusern entsprechende Vereinbarungen über Unterkunftswahlleistungen ab. Über 100 von ihnen bieten wirklichen Spitzenkomfort im Rahmen der Wahlleistung Unterkunft. Erfreulich ist, dass hier seit einiger Zeit eine Bereitschaft zu Leistungsverbesserungen zu beobachten ist, die der Verband tatkräftig unterstützt.

Auch mit der Etablierung eines Direktabrechnungsverfahrens konnte die Private Krankenversicherung seit Mitte der 1980er Jahre die Inanspruchnahme stationärer Leistungen für die Patienten deutlich komfortabler gestalten. Mit diesem Klinik-Card- bzw. Krankenhaus-Ausweisverfahren werden die Entgelte für allgemeine Krankenhausleistungen und die Zimmerzuschläge direkt zwischen Versicherer und Krankenhaus abgerechnet und die ansonsten bei stationärer Behandlung des Patienten notwendige Aufnahmeanzeige seitens des Versicherten entfällt. Derzeit nehmen an diesem Verfahren rund 1.100 Krankenhäuser sowie etwa 30 Unternehmen der Privaten Krankenversicherung teil.

Weitere Partner gesucht

Durch die aktuelle Vereinbarung sind die Kliniken von Asklepios die ersten Häuser, die sich den neuen Qualitätsprüfungen stellen. Dies ist umso erfreulicher, als dass die Beziehungen zwischen dem Klinikverbund und der PKV in jüngster Vergangenheit nicht immer reibungslos verliefen. Bis zum Jahr 2010 gab es sogar rechtliche Auseinandersetzungen und Klageverfahren über Entgelte für Privatklinik-Ausgründungen sowie über die angemessene Höhe von Zimmerzuschlägen. Doch schließlich setzte sich der Wille zu vernünftigen Regelungen im Interesse der Patienten bzw. Versicherten durch, so dass nun ein hoher Service-Standard – von Asklepios unter dem Begriff „Privita“ geführt – etabliert und die Qualitäts-Vereinbarung abgeschlossen werden konnte (s. Interview auf Seite 6).

Diese Entwicklung lässt hoffen, dass weitere Kooperationspartner gefunden werden. Der PKV-Verband steht diesbezüglich bereits mit einer Reihe von Krankenhäusern in Kontakt. Voraussetzung für eine entsprechende Vereinbarung ist, dass die gute medizinische Qualität belegt werden kann, dass gute Serviceleistungen im Bereich der Wahlleistung Unterkunft geboten werden und dass keine abrechnungs- und leistungsrechtlichen Fragen und Schwierigkeiten vorliegen bzw. im Vorfeld einer Vereinbarung geklärt werden können.

Vorteile für teilnehmende Krankenhäuser

Für die Krankenhäuser ist eine entsprechende Qualitäts-Vereinbarung auf jeden Fall interessant. Denn zum einen bescheren Privatpatienten ihnen durch die zusätzliche Vergütung von Wahlleistungen jährliche Mehreinnahmen von über 3 Milliarden Euro alleine durch die PKV. Zum anderen sind Qualitätspartnerschaften mit der PKV auch ein positives Signal für alle Patienten, unabhängig vom Versicherungsstatus.

 

Projektleiter und Ansprechpartner für die Qualitätsvereinbarungen im PKV-Verband ist Herr Willi Roos:

willi.roos@pkv.de