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PKV PUBLIK AUSGABE 03/2012

PKV

Ihr Kinderlein kommet

In der Privaten Krankenversicherung gibt es immer mehr Nachwuchs

In der Privaten Krankenversicherung nimmt die Zahl der Kinder gegen den gesamtgesellschaftlichen Trend seit Jahren zu. Das widerlegt die häufig unterstellte Annahme, Familien würden sich in der Regel für die gesetzlichen Krankenkassen entscheiden.

 

Wer jetzt oder später einmal Familie habe, so wird manch Verbraucherschützer nicht müde zu unken, der solle sich den Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) gründlich überlegen. Offenbar tun die Menschen genau das, um sich dann ganz bewusst zu entscheiden: Für beides – PKV und Kinder. 

Denn eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) belegt: Während die Geburtenrate in Deutschland seit Jahren auf einem niedrigen Niveau verharrt und der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der gesamten Bevölkerung beständig zurückgeht, passiert in der PKV das Gegenteil. Hier nehmen die Zahl der Kinder und ihr Anteil an der Versichertengemeinschaft seit geraumer Zeit zu.

Damit trifft die landläufig unterstellte Annahme, Familien mit Kindern seien überdurchschnittlich stark in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vertreten, nicht zu. Die These von der PKV als Hort der Kinderlosen, das Zerrbild vom Privatversicherten als nur auf Karriere programmierten Einzelgänger: nachweisbar falsch.

Denn waren in der GKV im Jahr 2000 noch 13,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren versichert, so hat sich diese Zahl bis 2010 auf 11,6 Millionen reduziert. Und der Anteil dieser Altersgruppe an allen gesetzlich Versicherten hat sich in diesem Zeitraum  kontinuierlich von 19,3 auf 16,7 Prozent verringert.

Viele Familien entscheiden sich bewusst für die PKV – oder werden überhaupt erst dort zu einer.

In der PKV läuft die Entwicklung umgekehrt: Hier waren im Jahr 2000 noch 1,25 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren abgesichert. Dies entsprach 17,2 Prozent aller Privatversicherten. Anders als in der GKV hat sich die Zahl der minderjährigen Versicherten seitdem beständig auf 1,43 Millionen im Jahr 2010 erhöht. Ihr Anteil an allen Versicherten ist dann zwar wegen des noch stärkeren Zuwachses der PKV in anderen Altersklassen vorübergehend ebenfalls gesunken. 2007 aber hat sich dieser Trend umgekehrt, so dass  der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Jahr 2010 schon wieder bei 16,5 Prozent lag. Im Vergleich zur GKV ist das ein über den betrachteten Zehnjahreszeitraum hinweg sehr stabiler Wert.

Die eingehende Analyse des WIP zeigt, dass für diese Entwicklung sowohl der Wechsel von Versicherten mit Kindern in die PKV verantwortlich ist als auch die Geburt von Kindern bereits privatversicherter Eltern. So ist die sogenannte Neugeborenenrate (das ist der Anteil der Neugeborenen eines Jahres an der Gesamtzahl der Versicherten) in der PKV zuletzt deutlich gestiegen und inzwischen höher als der entsprechende GKV-Wert. Und absolut gesehen ist die Zahl der Neugeborenen in der PKV in den Jahren zwischen 2000 und 2010 um mehr als ein Drittel angestiegen, während die Zahl der gesetzlich krankenversicherten Neugeborenen im selben Zeitraum um über 10 Prozent abgenommen hat.

Das alles ist nicht zuletzt deshalb interessant, weil Kinder in der GKV meist beitragsfrei mitversichert sein können – eine „Errungenschaft“, mit der ganz maßgeblich der milliardenschwere Steuerzuschuss an die GKV begründet wird. Zur Steigerung der Geburtenraten trägt dieser Umstand aber allem Anschein nach nicht bei. 

Anders in der PKV: Hier hat auch jedes Kind einen eigenen Versicherungsvertrag, für den ein eigener Beitrag anfällt. Das hindert aber offenbar weder bereits bestehende Familien am Wechsel in die PKV, noch lassen sich bereits privatversicherte Paare vom Kinderkriegen abhalten.

Ganz abgesehen davon, dass man in der PKV auch mit Kindern preiswert krankenversichert sein kann, dürften sich Familien vor allem wegen des umfassenderen Leistungsangebots für die Private Krankenversicherung entscheiden. Nur hier ist der Leistungskatalog individuell wählbar und nicht den Eingriffen des Gesetzgebers ausgesetzt. Und nur hier werden für erwachsene Versicherte Rückstellungen für die im Alter steigenden Gesundheitskosten gebildet. Damit leisten Privatversicherte einen doppelten Beitrag zur Generationengerechtigket: Durch die finanzielle Vorsorge und durch überdurchschnittlich viel Nachwuchs.