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PKV PUBLIK AUSGABE 03/2012

UMFRAGE

Auf zwei Säulen steht man besser

Die große Mehrheit der Deutschen ist mit unserem Gesundheitssystem zufrieden

96 Prozent der Privatversicherten sind mit ihrer medizinischen Versorgung zufrieden. Eine aktuelle Umfrage zeigt außerdem: Die Deutschen halten ihr Gesundheitswesen für internationale Spitze - und sie befürworten die kapitalgedeckte Vorsorge in der PKV.

 

Die neuesten Zahlen zur Zufriedenheit der Privatversicherten in Deutschland bekräftigen den Trend der vergangenen Jahre: 96 Prozent sind mit ihrer medizinischen Versorgung zufrieden. Ein Spitzenwert, der die Umfrageergebnisse aus den Jahren 2009 und 2010 bestätigt. Das ist das Ergebnis einer vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage zur Zukunft des deutschen Gesundheitssystems, die das renommierte Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid unter 1.000 Personen durchgeführt hat.

Aber nicht nur die privatversicherten Bürgerinnen und Bürger sind mit der medizinischen Versorgung in Deutschland zufrieden. Auch 86 Prozent der Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fühlen sich gut versorgt. Der Gesamtwert von 87 Prozent Zufriedenheit unter allen Befragten widerlegt das oft kritische Bild von unserem Gesundheitswesen in der Öffentlichkeit. 

Die Umfrageergebnisse belegen, dass das deutsche Gesundheitssystem mit seinem Zwei-Säulen-Modell aus PKV und GKV  für die Versicherten auch international Spitze ist. In einer Zeit, die durch steigende Mobilität geprägt ist – immer mehr Bürgerinnen und Bürger verbringen im Laufe ihres Lebens einen längeren Aufenthalt im Ausland und kommen dabei mit den Gesundheitssystemen anderer Länder in Berührung –, können die Versicherten die Leistungen des deutschen Gesundheitswesens sehr gut beurteilen. 81 Prozent der Befragten halten demnach das deutsche Gesundheitssystem im Vergleich mit dem Durchschnitt anderer Länder für besser.

Es ist daher auch wenig überraschend, wenn 66 Prozent der Befragten bei Reformen eher an eine Verschlechterung als an eine Verbesserung ihrer persönlichen Versorgung denken. Entsprechend der hohen Zufriedenheit bei Privatversicherten erreicht unter ihnen die Zahl derjenigen, die Veränderungen skeptisch betrachten, sogar einen Anteil von 72 Prozent.

Wettbewerb und Wahlfreiheit

Die gegenwärtige Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem bedeutet jedoch nicht, dass die Versicherten die Augen vor bestehenden Schwächen verschließen. 72 Prozent der Privatversicherten und 68 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger sprechen sich deswegen für eine Stärkung des Wettbewerbs innerhalb des deutschen Gesundheitswesens aus, was als klares Bekenntnis für eine Qualitätssicherung anhand marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen verstanden werden sollte. Den Versicherten ist – ganz im Gegensatz zu einigen gesundheitspolitischen Akteuren – bewusst, dass der Wettbewerb zwischen Kliniken, Ärzten, Krankenversicherungen und -kassen oder Apotheken wichtiger Bestandteil einer qualitativ hochwertigen und innovativen medizinischen Versorgung darstellt. Schließlich können Patienten heute sehr wohl bewerten, ob eine Leistung das erwünschte Ergebnis zu einem angemessenen Preis erzielt hat oder nicht.

Allerdings setzt ein Mehr an Wettbewerb im Gesundheitswesen auch ein Mehr an Wahlfreiheit der Versicherten voraus. Ein Zusammenhang, der den Privatversicherten bei der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen allgegenwärtig ist. Denn die notwendige Transparenz, die Voraussetzung für eine wettbewerbssteigernde Wahlfreiheit ist, wird durch das Kostenerstattungsprinzip der PKV garantiert. Hier erhalten Privatversicherte mit jeder Rechnung die Informationen, die ihnen eine Kosten-Nutzen-Bewertung erst ermöglichen.

Skepsis gegenüber dem Staat

Weniger Vertrauen als dem Wettbewerb bringen die Versicherten dem staatlichen Gestaltungswillen entgegen. 61 Prozent der Privatversicherten und 55 Prozent der gesetzlich Versicherten lehnen eine Stärkung des staatlichen Einflusses auf das Gesundheitswesen ab. Das ist angesichts der vorangegangenen Reformen und der gesundheitspolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre ein deutliches Zeichen für das gestiegene Misstrauen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber staatlichen Eingriffen in das Gesundheitssystem. So sehen Privatversicherte ihr Recht auf Wahlfreiheit und Eigenverantwortung bedroht, weil die politischen Konzepte von SPD, Grünen und Linken ein Einheitssystem vorsehen. Gesetzlich Versicherte wiederum haben sehr wohl erfahren, dass unter staatlicher Verordnung die Leistungen der Krankenkassen nach und nach gekürzt und vielfältige Zuzahlungen eingeführt wurden.

Ohne den Wettbewerb zwischen PKV und GKV besteht die Gefahr, dass immer mehr Leistungen der Rationierung zum Opfer fallen würden. So besteht gemäß Umfrage eine gewaltige Skepsis gegenüber der Einführung eines umlagefinanzierten Einheitssystems. Auch deswegen dürfte die Zustimmung der Befragten zum Miteinander von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen innerhalb des deutschen Gesundheitssystems bei 59 Prozent liegen. 70 Prozent der Privatversicherten und 58 Prozent der gesetzlich Versicherten sind der Meinung, dass die Existenz unseres Zwei-Säulen-Systems richtig ist.

Sowohl den privat als auch den gesetzlich Versicherten ist es nicht entgangen, dass die demografische Entwicklung einer alternden Gesellschaft die Politik vor die schwierige Herausforderung stellt, auch in Zukunft ein nachhaltiges und generationengerechtes Finanzierungsmodell für das Gesundheitswesen zu entwerfen.

Für Alterungsrückstellungen

Im Gegensatz zu vielen Politikern scheinen die Versicherten bereits eine Antwort auf die dringende Frage der Finanzierung gefunden zu haben: 68 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass jede Generation nach Möglichkeit für ihre eigenen, im Alter steigenden Gesundheitskosten aufkommen soll, damit nicht die Generationen der Kinder und Enkel damit belastet wird. Hierfür sollen nach Meinung der Versicherten Rücklagen gebildet werden.

Noch stärker fällt die Zustimmung der Befragten zu dem in der Privaten Krankenversicherung praktizierten Vorsorgeprinzip durch Alterungsrückstellungen aus. 73 Prozent der gesetzlich Versicherten und sogar 86 Prozent der Privatversicherten befürworten eine kapitalgedeckte Altersvorsorge als Antwort auf die demografische Herausforderung des Gesundheitssystems in Deutschland. Ein Wert, der der schwarz-gelben Bundesregierung in der  Debatte um die anstehende Pflegereform Rückendeckung bei der Förderung zusätzlicher, kapitalgedeckter Vorsorge gibt.