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PKV Publik 2.2012

Gut überschaubar

In der Privaten Pflegeversicherung sind die Beiträge erneut gesunken
Die Beiträge der privat Pflegeversicherten sind erneut gesunken. Viele zahlen heute weniger als bei Einführung der Versicherung. Dies zeigt einmal mehr: Kapitaldeckung in der PKV funktioniert.



Je nach Alter und Status zahlen Privatversicherte seit Anfang des Jahres zwischen zwei und zehn Prozent weniger für ihre Pflegepflichtversicherung: In den Beihilfetarifen für Beamte und ihre Angehörigen reduzierte sich der Beitrag um viereinhalb bis zehn Prozent, in den Nichtbeihilfe-Tarifen immerhin noch um zwei bis fünf Prozent. Seit Einführung der Pflegepflichtversicherung im Jahr 1995 konnte der Beitrag der Privatversicherten schon mehrfach abgesenkt werden – mit dem Resultat, dass viele von ihnen heute weniger dafür aufbringen müssen als vor 17 Jahren.

Bezahlte 1995 beispielsweise ein damals 35-jähriger Versicherter 26,41 Euro im Monat, werden für ihn heute im Alter von 52 Jahren nur noch 23,23 Euro fällig (siehe Grafik auf Seite 9). Dabei sind die Leistungsansprüche zwischenzeitlich mehrfach ausgeweitet worden: Bestand bei Einführung der Pflegeversicherung zunächst nur Anspruch auf Zuschüsse zur ambulanten Pflege, kam anderthalb Jahre später der stationäre Bereich dazu. Und im Rahmen von inzwischen drei Stufen des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes wurden unter anderem die Zuschussbeträge zu den einzelnen Pflegestufen erhöht.

Damit erweist sich eindrucksvoll die Überlegenheit der in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung praktizierten Kapitaldeckung gegenüber dem Umlageverfahren der Gesetzlichen Sozialversicherungen. Gesetzliche und Private Pflegeversicherung sind 1995 gleichauf gestartet. Während die Beiträge in der Privaten seither mehrfach gesenkt wurden, steigen sie in der umlagefinanzierten Gesetzlichen Pflegeversicherung an. Das zeigt: Das System der Kapitaldeckung funktioniert. Es ist generationengerecht und auf Dauer günstiger, also bestens für die Herausforderungen der Zukunft aufgestellt.
Zahllose Studien und auch der jüngste OECD-Wirtschaftsbericht für Deutschland zeigen: Die Bevölkerung hierzulande schrumpft und altert vergleichsweise schnell. Das stellt die Wachstumskräfte unserer Gesellschaft und unsere sozialen Sicherungssysteme vor große Herausforderungen. Jede Initiative, die auf diese Entwicklung aufmerksam macht und ihr tatkräftig begegnen will, ist wichtig. Dies gilt auch für den jüngsten Vorstoß junger Unionsabgeordneter. Sie hatten Sonderabgaben von Kinderlosen zum Aufbau einer Demografiereserve ins Gespräch gebracht.

Die Bundeskanzlerin hat das Anliegen der Jungen Gruppe der CDU-/CSU-Fraktion, die sozialen Sicherungssysteme nachhaltig zu gestalten, grundsätzlich begrüßt. Und tatsächlich gibt es zur Verwirklichung eines zukunftssicheren, generationengerechten Gesundheitswesens auch einen plausiblen Weg: Kapitaldeckung in der Privaten Krankenversicherung. Je mehr Menschen und je mehr Leistungen wir kapitalgedeckt in der PKV absichern, desto stärker wird die finanzielle Basis unseres Gesundheitssystems und desto nachhaltiger die Versorgung.

Vor diesem Hintergrund ist deshalb auch zu begrüßen, dass die Bundesregierung die Bürger beim Aufbau einer ergänzenden privaten Pflegevorsorge unterstützen will. Es ist zu hoffen, dass die geplante finanzielle Förderung die Bereitschaft zu privater Vorsorge deutlich erhöhen wird. Zusätzlicher privater Versicherungsschutz mit Kapitaldeckung für alle kann zu durchaus überschaubaren Beiträgen aufgebaut werden.

Völlig daneben liegt dagegen die SPD-Arbeitsgruppe zur Pflegeversicherung: Der von ihr geplante „Ausgleichsbetrag“ der Privaten Pflegepflichtversicherung von etwa einer Milliarde Euro jährlich ist schon mit Blick auf die Höhe der Beitragseinnahmen von insgesamt rund 2,1 Milliarden Euro vollkommen illusorisch. Die Privatversicherten sorgen auf vorbildliche Weise mit Kapitalrückstellungen für die Zukunft vor. Anstatt sie dafür zu bestrafen, sollte die SPD besser auch den Gesetzlich Pflegeversicherten mehr Vorsorge ermöglichen. Auf welchem Irrweg sich die SPD-Arbeitsgruppe befindet, zeigt sich auch daran, dass sie auf den Kapitalstock aus den Beitragsgeldern der privat Pflegeversicherten zugreifen möchte. Dass eine solche Enteignung verfassungswidrig wäre, hat die SPD-Führung an anderer Stelle bereits erkannt. Daher hat sie ähnliche Ideen aus ihrem Konzept für eine sogenannte Bürgerversicherung längst gestrichen.