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PKV PUBLIK AUSGABE 10/2011

MELDUNGEN

Deutsche sorgen sich um die Zukunft des Gesundheitssystems

 

Noch sind die meisten Bundesbürger mit ihrer medizinischen Versorgung zufrieden. Doch für die Zukunft schwant vielen Schlimmes: Ärztemangel, Pflegenotstand und mehr Behandlungen auf eigene Kosten. Laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts für den 6. MLP-Gesundheitsreport erwarten 79 Prozent steigende Krankenkassenbeiträge. 57 Prozent meinen, Patienten müssten für Arztbesuche und Operationen künftig oft selbst zahlen. Befragt wurden mehr als 2.000 Bürger und 500 Ärzte.

Mehr als jeder Zweite (52 Prozent) macht sich Sorgen, bei Pflegebedürftigkeit finanziell nicht genug abgesichert zu sein. „Es ist ein relativ düsteres Szenario, das die Bevölkerung für die Zukunft hat“, sagt Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher. Demnach halten mehr als drei von vier Bürgern (77 Prozent) die Pflegeversicherung grundsätzlich nicht für ausreichend. 82 Prozent meinen, die Politik müsse in Sachen Pflege mehr tun.

Sorgen macht vielen auch die Lage bei den Ärzten: In kleinen Kommunen meint fast jeder Zweite, dass Ärzte fehlen oder Medizinermangel droht. Bundesweit rechnen damit 20 Prozent, 13 Prozent beklagen bereits fehlende Mediziner. Bei den Ärzten meinen sogar 65 Prozent, es gebe zu wenig Vertreter ihrer Zunft.

Derzeit geben zwei von drei Ärzten an, noch nie aus Kostengründen auf ratsame Behandlungen verzichtet zu haben. 59 Prozent der Ärzte mussten nach eigenen Angaben aber schon Behandlungen deshalb auf später verlegen. 72 Prozent empfangen häufig auch Patienten, ohne dass es medizinisch notwendig wäre. (dpa)