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PKV PUBLIK AUSGABE 07/2011

PRIVATE KRANKENVERSICHERUNG

Orientierung im Versicherungsmarkt
Die Nachfrage nach Tests und Ratings von PKV-Tarifen nimmt zu

Auf der Suche nach der passenden Privaten Krankenversicherung bieten seriöse Ratings dem Interessenten eine erste Orientierung. Unverzichtbar ist aber die ergänzende persönliche Beratung durch den gut geschulten Vertrieb der PKV. 
 
Personen stehen übereinander
 

Wer sich für die Private Krankenversicherung (PKV) entscheidet, trifft immer eine gute Wahl. Denn der einmal vereinbarte Leistungsumfang kann weder durch den Versicherer noch durch politische Reformen nachträglich eingeschränkt werden. Die PKV steht für medizinischen Hochleistungsschutz: Alle notwendigen Untersuchungen und Behandlungen werden im Rahmen des Versicherungsvertrags erstattet, auch neue und innovative Methoden. In den Kernbereichen der medizinischen Versorgung hat die PKV damit einen klaren Vorsprung gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen, deren Leistungen laut Gesetz „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sein müssen.

Dazu kommt, dass der lebendige Wettbewerb unter den einzelnen PKV-Unternehmen eine große Vielfalt der Tarife garantiert. Für Interessenten verbindet sich mit dieser Wahlfreiheit die Pflicht zur Umsicht: Weil die Private Krankenversicherung idealerweise ein Leben lang bestehen bleibt, sollte auf die Wahl des individuellen Schutzpakets genügend Sorgfalt verwendet werden. Das große PKV-Tarifangebot mag dabei insbesondere für bislang gesetzlich Krankenversicherte etwas unübersichtlich wirken: Schließlich kennen sie in der Regel nur das einheitliche Leistungsspektrum der Kassen. Ihnen, aber auch allen anderen PKV-Interessenten können die Bewertungen seriöser Rating­agenturen eine erste Orientierungshilfe bieten.

Ratingagenturen sind unabhängige Prüfgesellschaften, die verschiedene Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt testen und mit einem Prädikat, also einem Testergebnis oder -urteil versehen. Damit sehen sich die Tester im Auftrag des Endverbrauchers, dem sie entscheidungsrelevante Empfehlungen, zum Beispiel auch zum Abschluss einer Privaten Krankenversicherung, liefern wollen.
Die Nachfrage nach solchen Testurteilen und Ratings nimmt beständig zu: In Zeiten zahlreicher Angebote am Markt steigt das Bedürfnis nach einer Vorprüfung der Produkte durch unabhängige Fachleute und Experten. Neuesten Studien zufolge machen über 70 Prozent der deutschen Verbraucher ihre Kauf- bzw. Abschlussentscheidung mittlerweile von den Testergebnissen der Ratingagenturen abhängig.

Zahlreiche Anbieter

Vor dem Abschluss eines PKV-Tarifs interessieren sich die Verbraucher zum Beispiel für die Ertragskraft der einzelnen Unternehmen. Sie wollen wissen, ob ein Versicherer als kundenfreundlich gilt und wie stabil seine Beiträge sind. Dabei bieten sich ihnen etwa die Stiftung Warentest mit ihrer Verbraucherzeitschrift Finanztest, die Finanzzeitschriften Capital und Focus-Money, Öko-Test, Assekurata, Guter Rat und andere mehr als Bewerter an.

Angesichts dieser Vielzahl von Ratings wird inzwischen allerdings auch der Bewertermarkt immer schwerer zu durchschauen. Beobachter verzeichnen schon erste Anzeichen einer Inflation von Gütesiegeln – die sich zudem gelegentlich auch noch widersprechen. So stellte die Fachzeitschrift „Versicherungsvertrieb“ im vergangenen Jahr nach einer tieferen Analyse fest: „Je nachdem,  was genau getestet wird, befindet sich eine Gesellschaft mal an der Spitze, mal im Mittelfeld und mal am Ende einer Tabelle.“

 
Cartoon Ratingagentur
 

Blick auf das Gesamtprodukt

Bei der Auswahl des Privaten Krankenversicherungsschutzes, der im Falle einer schweren Erkrankung die finanzielle Existenz sichern muss, bleibt deshalb eines unverzichtbar: die persönliche Beratung. Denn ob Vergleichsportale, Verbraucherschützer oder eben auch Ratingagenturen: Sie alle müssen bei ihrer Bewertung von Versicherungsunternehmen mehr oder minder starre Kriterien anwenden, damit es zu keinem verzerrten Gesamtergebnis kommt. Das bedeutet aber auch, dass sich je nachdem, wie diese Kriterien gewichtet werden, die individuelle Bewertung des einzelnen Versicherungsproduktes verändern kann.

So erhält der Kunde am Ende zwar einen guten Überblick, der auf einem logisch aufgebauten Bewertungssystem beruht. Wichtig ist aber auch ein umfassender Blick auf das Gesamtprodukt, den in der Regel nur gut geschulte Vertriebsmitarbeiter oder freie Versicherungsmakler vermitteln können, die eben nicht an starre Bewertungsvorgaben gebunden sind. In der Regel sind mehrere Gespräche und Hausbesuche erforderlich, bevor für die Kunden der passende Versicherungsschutz gefunden wird.

Und auch die Versicherungsunternehmen sollten nicht dem Druck nachgeben, ihre Produkte im Hinblick auf die jeweiligen Parameter der Ratingagenturen zu gestalten. Das kann zwar im Einzelfall zu guten Ratingergebnissen führen, bedeutet aber noch lange nicht, dass ein umfassend gutes Produkt vorliegt. Deswegen ist es für die Versicherer immer sinnvoll, sich bei der Produktgestaltung an ihrer Erfahrung und an den Wünschen der Kunden zu orientieren. Denn nichts ist für den Erfolg einer Versicherung wichtiger als das unmittelbare, persönliche „Rating-Urteil“ ihrer Kunden. Eine hohe Kundenzufriedenheit wird sich letztlich immer auch in den Ergebnissen seriöser Ratingagenturen wiederfinden.