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PKV PUBLIK AUSGABE 07/2011

EDITORIAL


Liebe Leserinnen und Leser,
die Pflegeversicherung ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen für unsere Gesellschaft – und für jeden einzelnen von uns. Denn die Kombination von deutlich gestiegener Lebenserwartung und deutlich gesunkener Geburtenrate bringt zwei gravierende Veränderungen mit sich: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den nächsten Jahrzehnten sehr stark ansteigen, während zugleich die Generation der aktiv Erwerbstätigen schrumpft, sodass die immer stärker steigenden Kosten des Gesundheits- und Pflegesystems auf immer weniger Schultern lasten.

Umso mehr kommt es jetzt darauf an, dass wir diese unausweichliche Belastung generationengerecht verteilen. Das gebietet die politische und gesellschaftliche Verantwortung. Die Private Krankenversicherung (PKV) bekennt sich zu dieser Verantwortung. Sie bringt jahrzehntelange Kompetenz in der Kalkulation des Pflegerisikos und in der sicheren Anlage von kapitalgedeckten Rückstellungen ein. Damit steht sie als Partner der Politik bereit, wenn es jetzt darum geht, die im Koalitionsvertrag versprochene Verstärkung der gesetzlichen Pflegeversicherung durch eine ergänzende kapitalgedeckte Vorsorge zu verwirklichen.

Für die PKV bedeutet das Thema Pflege allerdings mehr als die Vorsorge für eine solide Finanzierung. Sie engagiert sich mit Nachdruck für eine gesicherte Qualität der Pflegeleistungen in Deutschland. Dazu gehört seit 2009 die Private Pflegeberatung COMPASS als Tochterunternehmen des PKV-Verbands. Der soeben unter wissenschaftlicher Begleitung fertiggestellte Bericht an das Bundesgesundheitsministerium über die Erfahrungen der Pflegeberatung belegt die hohe Qualität der COMPASS-Beratung und die große Kundenzufriedenheit. Das unterstreichen die vielen Dankesbriefe von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. Mit ihrem Konzept einer mobilen Pflegeberatung, die die Betroffenen in ihrer gewohnten Umgebung aufsucht, ist COMPASS bewusst einen anderen Weg gegangen als die gesetzliche Pflegeversicherung mit ihren Pflegestützpunkten. Das COMPASS-Konzept gilt heute in der Fachwelt als vorbildliches und nachahmenswertes Modell (s. Artikel ab Seite 4).

Dieser Erfolg bestätigt einmal mehr unsere Grundüberzeugung, dass der Wettbewerb zwischen dem gesetzlichen und dem privaten Versicherungssystem den Menschen nützt. Denn Wettbewerb ist der Vater von Innovation und Kunden­orientierung. In diesem Sinne setzen wir nun auch auf einen belebenden Wettbewerb in der Qualitätsprüfung von Pflegeeinrichtungen. Nach den nötigen gesetzlichen Klarstellungen zum eigenständigen Prüfrecht der PKV laufen inzwischen Verhandlungen mit den gesetzlichen Pflegekassen zur Organisation dieser Prüfungen. Wir sind zuversichtlich, dass die mehr als 100 bestens ausgebildeten Qualitätsprüfer der PKV nun bald zum Einsatz kommen – zum Wohle der Pflegebedürftigen.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach