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PKV PUBLIK AUSGABE 05/2011

MELDUNGEN

Arzneimittelrabatt: Ärzte sollten blaue Privatrezepte nutzen
 

Seit 1. Januar 2011 ist das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) in Kraft. Es weitet die Herstellerrabatte für Arzneimittel auch auf Privatversicherte und Beihilfeberechtigte aus. Die Rabatte werden über die Zentrale Stelle für die Abrechnung von Arzneimittelrabatten GmbH (ZESAR) von den Versicherungen und Beihilfestellen bei den Pharmaherstellern angefordert. Sie werden dann zur Senkung bzw. Stabilisierung der Versicherungsbeiträge verwendet und kommen somit direkt den Privatversicherten und Beihilfeberechtigten zugute.

Um die Rabatte realisieren zu können, ist die ZESAR GmbH per Gesetz dazu verpflichtet, den Pharmaunternehmen unter anderem die Pharmazentralnummer des abgegebenen Arzneimittels, das Abgabedatum und das Apothekenkennzeichen zu liefern. Die Apotheken sind gesetzlich verpflichtet, diese Angaben bei der Abgabe von Arzneimitteln auf dem Rezept zu vermerken.

Da im Umfeld der Privaten Krankenversicherung jedoch viele verschiedene Rezeptvordrucke im Einsatz sind, ist es teilweise unmöglich, alle relevanten Angaben in der Apotheke auf die Rezepte aufzudrucken bzw. diese im jeweiligen Unternehmen eindeutig lesen zu können.

Um die Maschinenlesbarkeit von Rezepten sicherzustellen, sollten Ärzte darauf achten, die standardisierten blauen Rezeptvordrucke der Privaten Krankenversicherung zu verwenden. Dies gilt insbesondere auch für Medikamente, die von Ärzten für den Eigenbedarf bezogen werden. Auch in diesen Fällen sollte das blaue Rezept ausgestellt und zur Erstattung bei der Krankenversicherung eingereicht werden.

Die blauen Rezepte der Privaten Krankenversicherung können über die üblichen Anbieter für Ärzte- und Praxisbedarf bezogen werden. Nur wenn alle geforderten Angaben auf das Rezept aufgebracht und durch die Privatversicherungen und Beihilfestellen gemeldet werden können, profitieren auch Privatversicherte und Beihilfeberechtigte von den Rabatten der Pharma-Hersteller. Ärzte können also schnell und unbürokratisch einen Beitrag zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen leisten, wenn sie für ihre Privatpatienten ausschließlich das blaue Privatrezept verwenden.