• Vorlesen
  • A A A

PKV PUBLIK AUSGABE 04/2011

MELDUNGEN

OECD-Report: Weiter nur wenig Geburten in Deutschland
 

Elterngeld, Krippenausbau und Steuererleichterungen für Familien haben in Deutschland immer noch nicht zu dem gewünschten deutlichen Geburtenanstieg geführt. Dies geht aus dem neuen OECD-Familienbericht über die Förderung und Lebenssituation von Eltern in den 33 wichtigsten Industrienationen hervor. Mit einer Geburtenrate von 1,36 Kindern pro Frau liegt Deutschland um einiges unter dem OECD-Schnitt von 1,74. Seit 1983 war die Geburtenrate hierzulande nicht höher als 1,5 Prozent.

Dabei gibt Deutschland im Vergleich mit anderen Industrienationen nicht wenig Geld für seine Familien aus, heißt es in dem von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Ende April veröffentlichen Familienreport. Zur Unterstützung der Eltern sowie für Betreuung und Bildung eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr investiert der Staat in Deutschland 146.000 Euro. Im OECD-Schnitt sind es nur 124.000 Euro.

Als einen Grund für die niedrige deutsche Geburtenrate führt der Bericht an, dass die Frauen in der Bundesrepublik mit der ersten Schwangerschaft immer länger warten. Im Schnitt bekommen sie ihr erstes Baby mit 30. Mehr als 40 Prozent der deutschen Frauen zwischen 25 und 49 Jahren leben in einem kinderlosen Haushalt (OECD-Schnitt: 34 Prozent).

„Je höher die akademische Bildung einer Frau, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ihren Kinderwunsch aufschiebt“, führen die OECD-Familienforscher an. „Denn Kinder gehen in Deutschland häufig zu Lasten der Karriere und der finanziellen Ausstattung einer Frau.“ Wegen des „Karriereknicks“ in der Erziehungsphase erzielen Frauen mit Kindern weniger als die Hälfte des Lebenseinkommens einer kinderlosen Frau. (dpa)