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PKV PUBLIK AUSGABE 04/2011

MELDUNGEN

Mehrleistungssystem ist kein Wahltarif
 

Unter der Überschrift „GKV-Wahltarif: Verkalkuliert“ berichtete PKV Publik in der Ausgabe 2/2011 über Probleme der Knappschaft, einer gesetzlichen Krankenkasse, mit einem vermeintlichen Zusatztarif. Unter Berufung auf die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ wurde dabei auf steigende Prämien bei den Knappschaftsversicherten für Wahlleistungen im Krankenhaus hingewiesen.

Die Knappschaft legt nunmehr Wert auf die Feststellung, dass es sich bei ihrem „Mehrleistungssystem Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung“ nicht um einen der Wahltarife der gesetzlichen Krankenversicherung im Sinne von
§ 53 SGB V handelt. Vielmehr steht dahinter ein seit fast 70 Jahren bestehender spezieller Leistungsanspruch für ehemals im Bergbau tätige Arbeitnehmer und deren Angehörige. Die Prämienerhöhungen in diesem System, so die Knappschaft, seien ausschließlich auf externe Faktoren wie die gesetzliche Schließung des Mehrleistungssystems 2007 und die daraus folgende Alterung des Versichertenbestands zurückzuführen.

Ein weiterer Einschnitt sei die Einführung des einheitlichen GKV-Beitragssatzes im Jahr 2009 und damit das Verbot besonderer Beitragssätze für das Mehrleistungssystem gewesen. Daher könnten das Mehrleistungssystem und seine Finanzierung auch nicht mit Zusatzversicherungstarifen der privaten Krankenversicherung verglichen oder gar gleichgestellt werden.

Da die speziellen Knappschafts-Angebote also nicht in Zusammenhang mit Wahl- und Zusatztarifen zu bringen sind, ist auch die Bewertung unzutreffend, die Knappschaft habe sich wie andere gesetzliche Krankenkassen bei einem Wahltarif verkalkuliert.