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PKV PUBLIK AUSGABE 03/2011

PKV

Gesundes Wachstum

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine private Krankenversicherung


Die private Krankenversicherung konnte auch im schwierigen Jahr 2010 viele Menschen von ihren Vorteilen überzeugen. Das zeigen die aktuellen Branchenzahlen.

 

Die private Krankenversicherung (PKV) ist für immer mehr Menschen in Deutschland das Versicherungssystem der Wahl. Das zeigen die Branchenzahlen für das vergangene Jahr: Das Neugeschäft hat sich 2010 auf einem guten Niveau stabilisiert – und das trotz der Bremsspuren der Gesundheitsreform von Ulla Schmidt, deren Regelungen wie die Drei-Jahres-Wartefrist für Arbeitnehmer, die in die PKV wechseln wollten, noch bis Jahresende in Kraft waren.

Gute Aussichten für das Neugeschäft


Insgesamt waren in der PKV 2010 zum Jahresende 8,9 Millionen Menschen vollversichert, ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Netto-Neuzugang betrug mit 84.700 Personen zwar nur knapp die Hälfte des Zugangs im Vorjahr. Der verhältnismäßig hohe Neuzugang im Jahr 2009 war aber vor allem einem Sondereffekt zu verdanken: Zum Jahresanfang trat eine allgemeine Pflicht zur Versicherung in Kraft und führte dazu, dass Tausende vormals Unversicherte eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben. Ohne diesen Sondereffekt ist der Neuzugang für 2010 durchaus mit dem von 2009 vergleichbar.

Im laufenden Jahr 2011 dürfte das Neugeschäft noch besser ausfallen. Denn im Zuge der jüngsten Gesundheitsreform hat die schwarz-gelbe Koalition die Drei-Jahres-Frist wieder abgeschafft und die alte Rechtslage vor der Reform aus dem Jahr 2007 wiederhergestellt. Damit kann jeder, der eine neue Beschäftigung mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze (2011: 49.500 Euro) aufnimmt, sofort in die PKV wechseln. Arbeitnehmer, die aufgrund einer Gehaltserhöhung über diese Grenze kommen, können sich ab dem 1. Januar des Folgejahres privat versichern.

155 Milliarden Euro Vorsorge für Generationengerechtigkeit

Die PKV konnte im vergangenen Jahr zudem zeigen, dass ihr nachhaltiges Prinzip der Kapitaldeckung auch in den Nachwehen der Bankenkrise gut und stabil funktioniert: Die Alterungsrückstellungen erhöhten sich bis Jahresende auf insgesamt rund 155 Milliarden Euro (plus 6,7 Prozent). Sie verteilten sich mit 133,5 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung (plus 6,9 Prozent) und mit 21,5 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung (plus 5,4 Prozent).

Solides Wachstum in der Zusatzversicherung

Solides Wachstum gab es auch bei der Zusatzversicherung: 2010 wurden 427.800 neue Verträge abgeschlossen, sodass zum Jahresende 21,9 Millionen Zusatzversicherungen bestanden (plus 2,0 Prozent).

Angesichts der aktuellen politischen Debatte über die Zukunft der Pflege rückt offensichtlich auch die Notwendigkeit einer zusätzlichen Absicherung für den Pflegefall zunehmend ins Bewusstsein der Menschen. Dies lässt sich an der steigenden Zahl von Pflegezusatzversicherungen ablesen: In diesem Bereich verzeichnete die PKV einen großen Zuwachs um 201.700 Personen (plus 13,4 Prozent). Mit 1,7 Millionen Verträgen gibt es bezogen auf die Gesamtbevölkerung aber nach wie vor großen Nachholbedarf zur Absicherung der Pflege.

Kostenentwicklung deutlich über Preissteigerung

Die Beitragseinnahmen stiegen 2010 auf 31,19 Milliarden Euro (plus 6,1 Prozent) in der Krankenversicherung sowie auf 2,11 Milliarden Euro (plus 1,7 Prozent) in der Pflegeversicherung. Mit einem Anteil von über 72 Prozent an den Gesamtbeitragseinnahmen ist die Krankenvollversicherung nach wie vor die wichtigste Säule der PKV. Die Einnahmen aus den Zusatzversicherungen folgen mit rund 19,3 Prozent, der Anteil der Pflegepflichtversicherung beträgt 6,3 Prozent.

Die ausgezahlten Versicherungsleistungen erhöhten sich in der Krankenversicherung auf 21,2 Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent). Damit hat sich die Kostenentwicklung im Vergleich zum Vorjahr leicht abgeschwächt (2009: plus 4,6 Prozent). Sie liegt aber noch immer deutlich über der allgemeinen Preissteigerung. In der privaten Pflegeversicherung stiegen die Leistungen auf 0,72 Milliarden Euro (plus 7,8 Prozent).

Insgesamt sind die Zahlen des Geschäftsjahres 2010 ein Beleg dafür, dass die Branche der privaten Krankenversicherung solide aufgestellt ist und in schwierigen Zeiten nicht nur bestehen, sondern sogar wachsen kann. Die weiterhin dynamische Ausgabenentwicklung zeigt aber auch, wie wichtig es für die PKV ist, mehr Verhandlungsmöglichkeiten mit Ärzten und anderen Leistungserbringern zu erhalten, um über Qualität und Menge auch Einfluss auf die Kosten zu bekommen.