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PKV PUBLIK AUSGABE 02/2011

PRÄVENTION

Großes Finale des Projekts Hip Hop gegen Komasaufen

Berliner Schüler sichern sich mit knappem Vorsprung den ersten Platz

Nach sechs Monaten intensivem Training traten Schüler aus Berlin und Köln zum Finale des PKV-Präventionsprojekts Hip Hop gegen Komasaufen gegeneinander an.

 

„Dein Name ist Alkohol, du hast uns alle verkohlt, hast uns alles gestohlen.“ Mit diesen Textzeilen – gesungen in einer starken Rap-Melodie – sicherten sich die Schüler der Berliner Röntgen-Gemeinschaftsschule den ersten Preis im großen Finale des Präventions-Projekts Hip Hop gegen Komasaufen. Im Berliner Columbia Club waren die zahlreichen Gäste sowie eine prominent besetzte Jury beeindruckt von den klaren Worten, mit denen die Jugendlichen die Gefahren des Alkoholkonsums beschreiben.

Der Verband der privaten Krankenversicherung ermöglichte das Unterrichtsprojekt im Schuljahr 2010/2011 und stiftete zudem ein Preisgeld von 1.000 Euro für die Präventionsarbeit an der Siegerschule sowie 500 Euro für den Zweitplatzierten, von der Max-Planck-Realschule aus Köln-Porz. Schirmherren des Projekts sind die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans (FDP) und der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit.

Vor diesem „Schoolbattle“ haben sich die beiden Schülerteams aus Köln und Berlin intensiv mit dem Thema Alkoholmissbrauch auseinandergesetzt. Unter der Anleitung des mehrfach ausgezeichneten Hip Hop Künstlers BickMack haben die Jugendlichen verschiedene künstlerische Ausdrucksformen wie Rap und Tanz erlernt und so ihre Gedanken zum Alkoholmissbrauch umgesetzt. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes: „Hip Hop ist im Rahmen dieses Projekts ein Medium, mit dem die Trainer die Jugendlichen direkt erreichen und ihnen neue Wege aufzeigen, sich selber auszudrücken und Alternativen zum regelmäßigen, häufig leider auch übermäßigen Alkoholkonsum zu finden.“

Mit dem Projekt erprobt die PKV neue Wege in der Alkoholprävention. Erstmals wendet sich die Branche damit direkt an die Schüler und ermöglicht ihnen an den Schulen neue Präventionsangebote. Zugleich flankiert die private Krankenversicherung die Kampagne „Alkohol? Kenn‘ Dein Limit“, die sie mit jährlich 10 Millionen Euro an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finanziert. „Kenn‘ Dein Limit“ ist die größte Präventionskampagne zum Thema Alkoholmissbrauch Jugendlicher, die es jemals in Deutschland gegeben hat.

Prominent besetzte Jury

Die Jugendlichen aus Köln und Berlin präsentierten ihr einstudiertes Programm vor den kritischen Augen einer Experten-Jury. Neben dem bekannten Musikproduzenten und Gründer des Fernsehsenders „Viva“, Dieter Gorny, bewerteten die Bundestagsabgeordneten Agnes Krumwiede (Bündnis 90/Grüne) und Lars Klingbeil (SPD) sowie die beiden Hip Hop-Künstler „Juvel“ und „Scotty76“ die Auftritte. Und auch im Publikum waren prominente Gäste vertreten: Neben der Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans kam auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, um sich ein Bild von diesem bislang einzigartigen Präventionsprojekt zu machen. Gabriel lobte ausdrücklich das Engagement der PKV: „Es gibt ja oftmals nicht genug staatliches Geld für solche Projekte. Dass die PKV sagt, die Sache finden wir gut, deswegen helfen wir, finde ich große Klasse.“ 

 

Hip Hop als „Türöffner“ zu den Jugendlichen

Das Projekt ist von der Überzeugung getragen, dass Jugendliche häufig aufgrund familiärer Konflikte und mangelnden Selbstbewusstseins zum Alkohol greifen. Aber auch Leistungsdruck und schulische Probleme sind häufig eine Ursache für übermäßigen Alkoholkonsum.

Die am Projekt beteiligten Lehrer betonten, dass es den Künstlern gelungen sei, einen Zugang zu den Schülern zu finden, der im regulären Schulbetrieb nicht möglich sei. Viele Jugendliche berichten in ihren selbst geschriebenen Texten von familiären Problemen und Ängsten, die hinter ihrem Alkoholkonsum stehen. Im parallel verlaufenen Theorie-Unterricht lernten sie, dass der Konsum von Alkohol keine Probleme lösen kann. Dagegen verschafft ihnen aber die erfolgreiche Darbietung von Rap und Tanz-Stücken auf der Bühne den notwendigen Respekt, der manchen ansonsten für ein gesundes Selbstvertrauen fehlt. Somit befähigt das Projekt die Schüler, bei zukünftigen Trinkgelagen dem Gruppendruck zu widerstehen und „Nein“ sagen zu können.

Für die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, stehen diese Erfahrungen im Vordergrund: „Es ist nicht wichtig, wer gewinnt. Die Hauptsache ist, dass sich die Jugendlichen mit dem Thema Alkohol beschäftigen, ihr Selbstbewusstsein stärken und zugleich Spaß dabei haben. Komasaufen ist noch immer ein großes Problem. Toll, dass sich so viele Jugendliche mit dem Thema befasst haben.“

Aufgrund des großen Erfolgs wird das Projekt an den beiden Schulen über das Finale hinaus bis zum Schuljahresende weitergeführt. In einem nächsten Schritt werden zudem Schulen in ganz Deutschland mit Unterrichtsmaterial zur Aktion „Alkohol? Kenn‘ Dein Limit.“ ausgestattet.

Parallel dazu wird die private Krankenversicherung auch weiterhin neue Wege einschlagen, um mehr Schüler und Jugendliche direkt mit der Präventionsbotschaft zu den beiden PKV-Schwerpunktthemen Alkoholmissbrauch und Aids zu erreichen.