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PKV PUBLIK AUSGABE 02/2011

MELDUNGEN

GKV-Wahltarif: Verkalkuliert
 

Die gesetzlichen Krankenkassen stolpern weiter durch die Kalkulation von Wahl- und Zusatztarifen. Nachdem zum Jahreswechsel bereits die Techniker Krankenkasse einen Tarif schließen musste, der Privatpatienten-Status in der ambulanten Versorgung versprach (vgl. PKV Publik 7/2010), räumt nun auch die Knappschaft massive Probleme mit einer Zusatzversicherung ein: Wie die „Westdeutsche Allgemeine“ berichtet, wurden die Prämien für Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung nun schon zum zweiten Male deutlich angehoben.


In einem Beispiel habe sich der Beitrag binnen zwei Jahren von 90 Euro auf 206 Euro mehr als verdoppelt. Wie die Knappschaft sagt, hat sie sich schlicht verkalkuliert. Mit Wahl- und Zusatztarifen versuchen die Krankenkassen, die entsprechenden Angebote der privaten Krankenversicherung zu imitieren. Allerdings existieren für sie – anders als in der PKV – weder verbindliche Kalkulationsregeln noch ausreichende Berechnungsgrundlagen für solche Tarife. Auch deshalb ist der Abschluss dieser GKV-Policen mit erheblichen Risiken verbunden: Schließt die Kasse den Tarif, wozu sie durchaus berechtigt ist, steht der Versicherte plötzlich ohne Schutz da. Ist er dann auch noch zwischenzeitlich erkrankt, findet er womöglich keinen neuen Anbieter. Die PKV rät deshalb gleich zum Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung. Diese sind seriös kalkuliert und garantieren die abgeschlossenen Leistungen ein Leben lang.