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PKV PUBLIK AUSGABE 02/2011

EDITORIAL


Liebe Leserinnen und Leser,

für die private Krankenversicherung ist das Jahr 2011 mit vielen neuen Initiativen verbunden. Bei einigen davon betreten wir Neuland. Etwa bei der muttersprachlichen Patientenberatung für Menschen mit Migrationshintergrund. Bisher sind die üblichen Beratungsangebote zumeist auf deutschsprachige Nutzer ausgerichtet, sodass es oft zu sprachlichen Barrieren kommt. Doch wenn es um Gesundheit geht, soll die Sprache kein Hindernis sein. Diesem innovativen Projekt dient der Finanzierungsanteil des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV), der sich ab sofort auf freiwilliger Basis an der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland“ beteiligt (siehe Seite 8).

Ungewohnte Töne gab es für den PKV-Verband bei einem weiteren Projekt: Bei der Aktion „Hip Hop gegen Komasaufen“ haben Schülerinnen und Schüler aus Köln und Berlin unter Anleitung des mehrfach ausgezeichneten Rap-Künstlers BickMack in einem außergewöhnlichen Unterricht eigene Rap-Texte zum Thema Alkoholmissbrauch entwickelt und eigene Tanz-Choreografien einstudiert, die sie dann in einem abschließenden Hip Hop-Wettbewerb in Berlin vor großem und prominentem Publikum präsentierten. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, und des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit (siehe Seite 10).

Kein Neuland, aber ein konzeptionell neuer Ansatz ist das von der PKV entwickelte Modell für eine grundlegende Reform der Gebührenordnung für Ärzte (siehe Seite 4). Um das Fundament für ein modernes Honorarsystem zu schaffen, haben wir die besten verfügbaren betriebswirtschaftlichen Kostendaten zur ambulanten Medizin ausgewertet. Eine neue GOÄ auf dieser Basis könnte in Zukunft auch als Preisuntergrenze dienen, auf der mit Hilfe einer „Öffnungsklausel“ zusätzlich vergütete Qualitätsvereinbarungen zwischen PKV und Ärzten aufsetzen könnten.

Eine repräsentative Ärzte-Umfrage des Instituts Emnid hat ergeben, dass die große Mehrheit in der Möglichkeit zu eigenen Qualitäts-Verträgen mit der PKV erkennbar keine Bedrohung sieht, sondern vielmehr neue Chancen. Hier denkt die Ärztebasis offenkundig völlig anders als die Ärztefunktionäre, die eine solche Öffnungsklausel bisher vehement ablehnen. Vor diesem Hintergrund lädt die PKV die Ärzteschaft und Zahnärzteschaft erneut ein, über dieses wichtige Instrument zu reden und es sinnvoll anzuwenden.


Mit freundlichen Grüßen, Ihr


Volker Leienbach