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Neuer PKV-Regionalatlas Nordrhein-Westfalen

 

30.01.2020

Privatversicherte stärken die medizinische Versorgung auf dem Land und in strukturschwachen Städten

Der Fortbestand von Arztpraxen ist auf dem Land und in strukturschwachen Regionen des Ruhrgebiets überdurchschnittlich stark von den Umsätzen der Privatversicherten abhängig. Das zeigen die Daten aus dem neuen PKV-Regionalatlas NRW. „Die Regionaldaten widerlegen die These, dass sich Ärzte angeblich seltener in ländlichen oder strukturschwachen Städten niederlassen, weil es dort weniger Privatversicherte gebe“, so Florian Reuther, Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Der Regionalatlas schlüsselt die zusätzlichen Einnahmen der Arztpraxen durch den Anteil der Privatversicherten nach Städten und Landkreisen auf. Diese Mehrumsätze entstehen, weil Privatpatienten für viele Leistungen höhere Honorare entrichten als sie bei Kassenpatienten anfallen. Diese zusätzlichen Mittel können Ärzte, Apotheken, Therapeuten und Krankenhäuser in Fachpersonal oder moderne Geräte investieren. Davon profitieren somit auch ihre gesetzlich versicherten Patienten.

Hochsauerland profitiert mehr als Großraum Köln

Bundesweit beträgt dieser PKV-typische Mehrumsatz 13,2 Mrd. Euro pro Jahr, auf Nordrhein-Westfalen entfallen 2,54 Mrd. Euro. Das kommt vor allem den Ärzten auf dem Land zu Gute. Weil Privatpatienten in ländlichen und strukturschwachen Regionen im Schnitt älter sind und weil zudem in den größeren, wirtschaftsstarken Zentren Mieten, Gehälter und andere Kosten höher liegen, ist der Mehrumsatz auf dem Land besonders wertvoll. So profitieren z.B. Landärzte im Hochsauerlandkreis von Mehrumsätzen im Realwert von durchschnittlich 85.000 Euro pro Jahr, im Großraums Köln sind es „nur“ 51.000 Euro.

Ruhrgebiet liegt vor der Metropole Düsseldorf

Auch dem Ruhrgebiet kommt dieser Effekt zu Gute: Während z.B.  in Gelsenkirchen Mehrumsätze im Realwert von 49.265 Euro anfallen, sind es in den Arztpraxen in der Landeshauptstadt Düsseldorf „nur“ 37.359 Euro jährlich. 

Diese neuen Ergebnisse aus Nordrhein-Westfalen stimmen weitgehend mit den Erkenntnissen der bereits veröffentlichten PKV-Regionalatlanten für Bayern, Hessen und das Saarland überein. Damit zeigt sich auf sehr breiter Datenbasis: Eine Vereinheitlichung der Vergütungssysteme von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung, wie sie etwa die SPD anstrebt, würde keineswegs zu einer besseren Verteilung der Ärzte in Deutschland führen – im Gegenteil. „Wer die Mehrumsätze der Privatpatienten streicht, gefährdet die medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärzte auf dem Land und in den strukturschwachen Teilen des Ruhrgebiets stärker als in den großen, wirtschaftsstarken Städten“, so PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther.

 
 

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