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PKV-Zahlen 2014: Rekord-Vorsorge für die Versicherten trotz Niedrigzinsen

18.11.2015

Auch in der anhaltenden Niedrigzinsphase hat die Private Krankenversicherung die Demografie-Vorsorge für ihre Versicherten deutlich ausbauen können: Die Alterungsrückstellungen der Branche stiegen 2014 um 6,3 Prozent auf 206,2 Milliarden Euro. Damit haben sie erstmalig die Rekordmarke von 200 Milliarden Euro überschritten.

„In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Alterungsrückstellungen der Versicherten mehr als verdoppelt“, erklärte der Vorsitzende des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Uwe Laue, bei der Vorstellung der endgültigen Branchenzahlen für 2014 in Berlin. „Damit trifft die PKV stabil und verlässlich Vorsorge dafür, dass die Versicherten älter werden und im Alter der Bedarf an Gesundheitsleistungen steigt.“

Konkret stiegen die Alterungsrückstellungen 2014 um 12,2 Milliarden Euro. Sie betragen nun 177,7 Milliarden Euro in der Krankenversicherung sowie 28,5 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. Dabei konnte die Branche eine Nettoverzinsung von insgesamt 3,91 Prozent realisieren, auch wenn die europäische Niedrigzinspolitik es den Unternehmen zunehmend erschwert, solche Ergebnisse zu erzielen.

Zahl der Versicherungen steigt auf 33,18 Millionen

Die Gesamtzahl an Versicherungen in der Privaten Krankenversicherung entwickelte sich im Jahr 2014 ebenfalls positiv: Sie stieg auf insgesamt 33,18 Millionen Voll- und Zusatzversicherungen. Die Zusatzversicherungen verzeichneten dabei einen Zuwachs um 1,9 Prozent auf 24,34 Millionen. Der Trend zu privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken, setzt sich also fort.

Besonders stark ist erneut der Zuwachs in der Pflegezusatzversicherung: Die Zahl der staatlich geförderten Pflegezusatz­versicherungen stieg 2014 um 55,3 Prozent auf 558.600 Verträge. Die Zahl der ungeförderten Pflegezusatzpolicen nahm um 4,6 Prozent auf 2,48 Millionen zu, sodass es nun insgesamt über drei Millionen Versicherungen gibt. „Den Menschen wird zunehmend bewusst, dass die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall stets nur einen Teil der Kosten übernimmt und damit für die Betroffenen oder ihre Angehörigen eine Finanzierungslücke von oft über tausend Euro im Monat bleibt“, so Laue.

In der Krankheitsvollversicherung trug ein anhaltender Sondereffekt zu einem erneut leicht rückläufigen Neugeschäft bei: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt 2014 einen neuen Rekordstand. Dadurch stieg zwangsläufig auch die Zahl der Wechsel von Versicherten in die Gesetzliche Krankenversicherung. So mussten zigtausende vorher privatversicherte Selbstständige beim Wechsel in sozialversicherungspflichtige Anstellungen mit Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze in die GKV wechseln, ob sie das nun wollten oder nicht.

Im Ergebnis ist der Bestand in der Krankheitsvollversicherung 2014 leicht gesunken auf 8,83 Millionen Personen. Das sind 0,6 Prozent oder 55.700 weniger Versicherte als Ende 2013, womit der Rückgang sich gegenüber dem Vorjahr abschwächte (2013: minus 0,7 Prozent).

Moderates Wachstum bei den Beitragseinnahmen

Die Beitragseinnahmen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung nahmen 2014 um 0,8 Prozent auf insgesamt 36,3 Milliarden Euro zu. Ursache für dieses vergleichsweise geringe Wachstum ist auch die moderate Beitragsentwicklung bei vielen PKV-Unternehmen. Die Versicherungsleistungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung stiegen weniger stark als im Vorjahr um 1,8 Prozent auf insgesamt 24,8 Milliarden Euro.