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Weiches Polster - Harte Realität

Pressesprecher Stefan Reker kommentiert in der Kolumne Zwischenruf
 

12.04.2018

Die Überschrift klingt beruhigend: „Gesetzliche Krankenversicherer mit solidem Finanzpolster“. Es folgt eine beeindruckend erscheinende Zahl: 28 Milliarden Euro Reserven kann die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) aktuell verbuchen.

Da hab‘ ich mal nachgerechnet: Gemessen an den Ausgaben der GKV (zuletzt rund 223 Milliarden Euro pro Jahr) reicht das „solide Finanzpolster“ umgerechnet gerade mal für rund 6 Wochen. Dann hab‘ ich mal verglichen, wie das mit den Alterungsrückstellungen der Privaten Krankenversicherung (PKV) aussieht: Sie betragen rund 200 Milliarden Euro, die umgerechnet für fast 8 Jahre reichen (bei Leistungsausgaben von rund 25 Milliarden Euro im Jahr). Genauer gesagt: Der PKV-Kapitalstock reicht für rund 408 Wochen, also gut 60 Mal so lange wie in der GKV.

Nach der ganzen Rechnerei gehen mir nun zwei Fragen nicht aus dem Sinn. Erstens: Wie solide würde ich mich persönlich fühlen, wenn meine gesamten Reserven nur für die Kosten von 6 Wochen reichten? Und zweitens: Wenn man Reserven für 6 Wochen „solide“ nennt, wie nenne ich dann bloß in meinem nächsten Pressetext das Ergebnis für „solide mal 60“?

 

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