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Echte Vorsorge statt falscher Sicherheit

Pressesprecher Stefan Reker kommentiert in der Kolumne Zwischenruf
 

01.08.2019

46 Prozent der Deutschen machen sich Sorgen, dass sie für den Pflegefall nicht ausreichend abgesichert sind – also fast jeder Zweite. Aber erst 4,5 Prozent der Bevölkerung haben bereits privat mit einer Zusatzversicherung dafür vorgesorgt.

Immerhin hat die Zahl der privaten Pflegezusatzversicherungen im letzten Jahr wieder um fast 100.000 Verträge zugenommen – auf insgesamt 3,7 Millionen Versicherungen. Seit dem Jahr 2013 ist das ein Anstieg um etwa 60 Prozent. Denn 2013 ist die staatliche Förderung eingeführt worden, der sogenannte Pflege-Bahr.

Damals gab es eine offene politische Debatte über die großen Herausforderungen der Pflege: Über die steigenden Kosten und die Auswirkungen des demografischen Wandels. Darüber, dass wir in Deutschland immer mehr Ältere und Pflegebedürftige und zugleich immer weniger jüngere Erwerbstätige haben werden. Diese Debatte hat das Bewusstsein der Menschen dafür geschärft, dass es ohne eigenverantwortliche Vorsorge für den Pflegefall nicht geht. So stieg 2014 die Zahl der Pflegezusatzversicherungen um mehr als 11 Prozent.

Und heute? Im vergangenen Jahr ist der Bestand an Pflegezusatzversicherungen nur noch um 2,3 Prozent gewachsen. Das ist der geringste Anstieg seit Jahren. Die Bereitschaft zu mehr Eigenvorsorge hat also deutlich nachgelassen.

Woran liegt das? Offenbar haben die jüngsten Gesetze zum Ausbau der Pflege-Leistungen bei vielen Bürgern ein trügerisches Sicherheitsgefühl ausgelöst, dass jede weitere Vorsorge unnötig sei. Und einige Parteien nähren neuerdings sogar eine Vollkasko-Illusion und verheißen, die Leistungen könnten noch mehr ausgeweitet und die Eigenanteile an den Kosten begrenzt werden.

Das klingt sozial – und ist doch das genaue Gegenteil. Alle Kostensteigerungen würden auf die künftigen Beitrags- und Steuerzahler verlagert. Zudem würden von einer Deckelung auch Normal- und Gutverdiener profitieren, die sehr wohl aus eigener Kraft für die Pflege-Kosten aufkommen können. Das wäre ein fatales Signal für weniger statt mehr Eigenvorsorge.

Wenn wir heute zusätzliche Aus­gaben produzieren, um auch alle diejenigen zu unterstützen, die sich sehr gut selber helfen könnten, dann werden wir am Ende nicht mehr genug für jene haben, die unsere Hilfe wirklich brauchen. Denn die Kosten dafür müssen in unserer alternden Gesellschaft die jungen Leute tragen. Die Ressourcen zur Finanzierung eines stabilen Sozialstaats auch in ihrer Zukunft dürfen nicht heute schon „verheizt“ werden. Dafür gibt es eine gute, nachhaltige Lösung: mehr Eigenvorsorge.

Übrigens: So eine Zusatzversicherung ist – vor allem bei Abschluss in jüngeren Jahren – deutlich günstiger, als Sie glauben.

 

Zwischenruf: Echte Vorsorge statt falscher Sicherheit

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