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Wirtschaftsforscher gegen Pflege-Vollversicherung

 

09.10.2019

Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) übt deutliche Kritik an den Pflege-Vollversicherungsplänen der SPD. Das Konzept sei „unüberlegt und unausgereift“, schreibt die IW-Expertin für Soziale Sicherung, Susanna Kochskämper. Sie weist darauf hin, dass in einer Pflege-Vollversicherung die Beitragssätze „enorm steigen“ würden: Auf über vier Prozent bis 2030 und sogar auf sechs Prozent im Jahr 2060.

Bürgerversicherung keine Lösung für drohenden Beitragsanstieg

Die von der SPD zur Gegenfinanzierung geforderte Zwangs-Eingemeindung der privat Pflegeversicherten („Bürgerversicherung“) werde das Problem nicht lösen: „Auch durch die neuen Beitragszahler aus der privaten Pflegeversicherung würden die steigenden Beiträge nicht ausreichend gebremst – im Gegenteil. Voraussichtlich wird diese Gruppe in den nächsten Jahrzehnten durchschnittlich älter sein als die gesetzlich Versicherten“, so Kochskämper.

Konkret bedeutet die Pflege-Bürgerversicherung also: noch stärker steigende statt sinkende Ausgaben. Selbst wenn der Beitragssatz in einer „Bürgervollversicherung“ alle Einkünfte als Grundlage hätte, werde er im Jahr 2040 bei vier und im Jahr 2060 noch bei über fünf Prozent liegen.

Nicht zuletzt sieht die Expertin auch rechtliche Probleme auf die Sozialdemokraten zukommen: „Die SPD möchte auf die Rücklagen der privaten Pflegeversicherung zurückgreifen, was einer Enteignung gleichkäme.“

 

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