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Niederlande: Einheitliches Versicherungssystem hat Ziele verfehlt

 

15.03.2018

Hohe Selbstbehalte, stark steigende Versicherungsbeiträge und ein Gesundheitssystem, das trotz vieler Kostendämpfungsmaßnahmen zu den teuersten in Europa gehört: Die Reform der Krankenversicherung in den Niederlanden hat einen Großteil der Ziele nicht erreicht. Das zeigt eine neue Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP).

Das vormals duale System aus einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wurde im Jahr 2006 in ein einheitliches Krankenversicherungssystem überführt. Doch obwohl die Niederlande eine vergleichsweise junge Bevölkerung aufweisen, liegen die Gesundheitsausgaben pro Kopf etwa auf dem Niveau Deutschlands.

 
 

Kosten steigen nach der Gesundheitsreform deutlich

Nach der Reform sind die Kosten weiter gestiegen. Darauf reagierten die Niederlande mit einer Reihe von Kostendämpfungsmaßnahmen. Für die Versicherten hat sich die finanzielle Belastung trotzdem seit 2006 merklich erhöht: Die Beitragsbemessungsgrenze stieg bis 2017 um 79 Prozent auf 53.701 Euro pro Jahr (Zum Vergleich: Deutschland plus 22 Prozent). Zudem stieg die durchschnittliche Pauschalprämie, die jeder Versicherte zahlen muss, um 28 Prozent auf 1.353 Euro pro Jahr. Und auch die verpflichtenden Selbstbehalte, die jeder Patient aus der eigenen Tasche finanzieren muss, haben sich mehr als verdoppelt und liegen mittlerweile bei 385 Euro jährlich.

Patienten geben in Umfragen an, notwendige medizinische Leistungen oder Me­dikamente nicht in Anspruch zu nehmen, weil sie sich den Selbstbehalt nicht leisten können. Angesichts der unbefriedigenden Entwicklungen wird in den Niederlanden kontrovers über die Zukunft der Krankenversicherung diskutiert.

 

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