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Wie viel Vorsorge steckt eigentlich im Pflegevorsorgefonds?

20.12.2019

„Pflegefonds erzielt Rekord-Rendite“, lautet die Headline des Tagesspiegels am Donnerstag. Nach einem Minus von 1,5 Prozent im Jahr 2018, erzielte die Bundesbank im laufenden Jahr mit dem Sondervermögen der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) Ein Plus von 10,2 Prozent (Stand 22.10.). Die ungewöhnlich hohe Rendite sei nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums vor allem auf Aktiengewinne zurückzuführen.

Doch wie aussagekräftig ist diese Wasserstandsmeldung für die demografische Vorsorge der Sozialen Pflegeversicherung? Wer genauer hinschaut erkennt schnell, dass die Private Pflegepflichtversicherung deutlich besser auf den demografischen Wandel vorbereitet ist.

Demografievorsorge der SPV hinkt hinterher

Der Pflegevorsorgefonds wurde erst 2014 mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz eingeführt. Er soll die finanziellen Auswirkungen des demografischen Wandels abmildern und die Versorgung der geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1959 und 1967 sicherstellen. Deswegen werden über einen Ansparzeitraum von 20 Jahren pro Jahr Rücklagen gebildet. Dafür sind 0,1 Prozentpunkte der Pflegeversicherungsbeiträge vorgesehen.

Ein Vergleich mit den Alterungsrückstellungen der Privaten Pflegepflichtversicherung zeigt, dass die SPV mit ihrer Demografievorsorge weit hinterherhinkt. Insgesamt betrug das Vermögen des Pflegevorsorgefonds im Oktober 2019 6,9 Milliarden Euro für rund 70 Millionen Versicherte, während die Alterungsrückstellungen der Privatversicherten schon zum Jahresende 2018 bei 36,2 Milliarden Euro lagen. Bricht man diese Werte auf die einzelnen Versicherten herunter, wird der Unterschied noch deutlicher: Während für jeden Versicherten der SPV bis jetzt knapp 100 Euro zurückgelegt sind, hat jeder Privatversicherte rechnerisch über 4.000 Euro an Rücklagen gebildet.

 

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