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Wie die Corona-Krise die Arbeit des PKV-Prüfdienstes verändert

© istock @MartinPrescott

 

06.05.2020

Die Corona-Pandemie stellt den Alltag vieler Menschen gehörig auf den Kopf. Das gilt auch für den Arbeitsalltag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PKV-Prüfdienstes. Aufgrund der aktuellen Situation sind nämlich alle Qualitätsprüfungen in stationären und in ambulanten Pflegeeinrichtungen bis Ende September ausgesetzt. Das verlangt einiges an Flexibilität, denn ihre neuen Aufgaben erledigen die Qualitätsprüferinnen und -prüfer jetzt aus dem Homeoffice. Sie reflektieren bereits durchgeführte Prüfungen, arbeiten in Arbeitsgruppen zu Fragen rund um Pflegequalität oder beraten Pflegeeinrichtungen telefonisch – vom heimischen Arbeitsplatz aus.

Durch die Krise haben sich aber auch gänzlich neue Aufgaben ergeben. 52 Kolleginnen und Kollegen stellte der Verband frei, damit sie Einrichtungen im Gesundheitswesen helfen können. Weitere 47 Beschäftigte des Prüfdienstes stehen für eine ehrenamtliche Tätigkeit bereit. Insgesamt haben bereits 24 Einrichtungen diese Hilfe in Anspruch genommen. Der Verband unterstützt das Engagement und zahlt die Gehälter der Ehrenämtler weiter. Und auch der Prüfdienst selbst hat einiges in Bewegung gesetzt, um das Freiwilligenengagement – vor allem fachlich – zu stärken.   

Mit Rat und Tat: PKV-Prüfdienst unterstützt Einrichtungen im Gesundheitswesen

Bereits im März stellte Frank Schlerfer, Abteilungsleiter des PKV-Prüfdienstes, zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen ein Interventionsteam auf die Beine. „Wir bekommen Anfragen von Einrichtungen mit der Bitte um Unterstützung in der aktuellen Situation. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, steuert und koordiniert unser Interventionsteam die ehrenamtlichen Einsätze zentral“, erklärt Schlerfer. Das Team erfasst Anfragen von Einrichtungen, bewertet die Bedarfe und ordnet die Unterstützungsmöglichkeiten ein.   

Zusätzlich gibt das Team fachlichen und inhaltlichen Support für Einrichtungen, indem bestehende Erfahrungswerte gebündelt und den Beteiligten zur Verfügung gestellt werden. „Das sind beispielsweise Pandemiepläne, Hygieneregeln, Empfehlungen des RKI, Schulungsunterlagen für Mitarbeiter im Umgang mit COVID-19 sowie Verfahrensanweisungen bei notwendigen Quarantänemaßnahmen“, erzählt Schlerfer.  

„Als Partner für Pflegequalität entspricht es unserem Selbstverständnis, schnell und unbürokratisch den Einrichtungen beratend zur Seite zu stehen“, fügt Schlerfer hinzu. Der Prüfdienst hat einen sehr guten Überblick über Bedarfe, Verordnungen und Richtlinien in den einzelnen Bundesländern. Dies versetzt ihn in die Lage, Best-Practice-Ansätze und Lösungen in der Beratung zu sammeln, zu bewerten und die Beratungsleistung für die Einrichtungen individuell auszurichten.  

Wie die Ehrenämtler des PKV-Prüfdienstes direkt vor Ort helfen

Die Erfahrung des PKV-Prüfdienstes sind gefragt, das weiß auch Anne-Sophie Weckmann. Die junge Frau aus Bayern unterstützt eine stationäre Pflegeeinrichtung. Schon in den ersten Tagen der Corona-Krise informierte sich die Qualitätsprüferin, wo sie ehrenamtlich unter die Arme greifen kann. Dann ging plötzlich alles sehr schnell. „Innerhalb eines Tages genehmigte der PKV-Verband den Einsatz“, berichtet sie. Frau Weckmann konnte umgehend im Rahmen ihrer Beschäftigung beim PKV-Prüfdienst im Pflegeheim helfen.  

In der Pflegeeinrichtung berät sie die Pflegedienstleitung beispielsweise zu Fragen, wie die Einrichtung in Akutfällen die pflegerische Versorgung sicherstellt, wie Schichtpläne neu organisiert werden können und wie die Pflegequalität verbessert werden kann. Zwar ist sie nicht pflegerisch tätig, arbeitet aber dennoch direkt mit den Pflegebedürftigen. „Ich biete psychosoziale Unterstützung an – spreche mit den Menschen über ihre Ängste und Sorgen“, sagt Weckmann. Denn die pflegebedürftigen Menschen seien besonders von den Kontaktbeschränkungen betroffen. Es fehle die Nähe zu Angehörigen und den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung.

„Ich profitiere von meinen Erfahrungen als Qualitätsprüferin“

Der Alltag von Jutta Woythal hat sich ebenfalls stark verändert. Die Qualitätsprüferin aus Rheinland-Pfalz hilft ehrenamtlich in einem medizinischen Corona-Zentrum in Landstuhl. „Ich hole die Patienten vom Auto ab, sie erhalten Mundschutz und Desinfektionsmittel und ich begleite sie in den Behandlungsraum. Ich unterstütze die Ärzte bei den Untersuchungen und übernehme die Vor- und Nachsorge von Räumlichkeiten und Untersuchungsmaterial“, sagt die examinierte Krankenschwester.

Von ihren Erfahrungen als Intensivpflegerin profitiert sie in ihrem Ehrenamt ebenso wie von ihrer Tätigkeit beim Prüfdienst. „Als Qualitätsprüferin habe ich mich bereits frühzeitig mit den Richtlinien des Robert Koch-Instituts beschäftigt, sodass dies im Einsatz für das Corona Zentrum nichts Neues für mich ist“, erklärt Frau Woythal. Auch ist sie durch ihre Arbeit für den PKV-Prüfdienst darin geübt, schnell mit ungewohnten und neuen Umständen umzugehen.

„Ich berate Pflegeeinrichtungen zu Hygienemaßnahmen und Verhaltensregeln“

Als Philipp Kamann erfuhr, dass er seinen normalen Arbeitsalltag nicht mehr durchführen konnte, hatte er gerade Urlaub – also genügend Zeit sich zu überlegen, wo er sich engagieren möchte. Zunächst schrieb er ein Krankenhaus an, um sich als Helfer zu bewerben. Weil die meisten Operationen aufgrund des Coronavirus verschoben werden mussten, hatte das Krankenhaus keinen Personalmangel und benötigte keine freiwilligen Helfer. Daraufhin meldete er sich als freiwilliger Helfer im Gesundheitsamt Bremen.

„In meinem freiwilligen Dienst berate ich Pflegeeinrichtungen zu Hygienemaßnahmen, Verhaltensregeln von Mitarbeitern und gebe Tipps, wie sich die Bewohner untereinander sehen können, aber trotzdem den Mindestabstand einhalten“, fasst Karaman zusammen. Welche Einrichtungen Beratungen erhalten, wird im Vorfeld mit der Heimaufsicht abgesprochen.  

Lesen Sie weiter: Wie eine ehemalige Pflegerin wegen der Coronakrise ans Krankenhaus zurückkehrte, ein Bericht aus der Pforzheimer Zeitung (€)

 

 

 

 

 

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