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„Wer im demografischen Glashaus sitzt, sollte besser nicht mit Steinen werfen.“

 

02.08.2018

Timm Genett, Geschäftsführer Politik beim Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV), hat am Donnerstag im „Versicherungsboten“ die jüngsten Äußerungen aus dem Lager der Techniker Krankenkasse (TK) zur Privaten Krankenversicherung kritisiert. Vorausgegangen war ein Interview der neuen Leiterin der TK-Landesvertretung NRW, Barbara Steffens, mit der „Rheinischen Post“, in dem sie die Beitragsentwicklung der PKV skandalisiert und ein baldige Ende der PKV vorausgesagt hatte.

„Diese absurde These widerspricht allen objektiven Daten zur Lage der Privaten Krankenversicherung und entspricht nicht dem Diskussionsniveau, das wir von einer ehemaligen grünen NRW-Gesundheitsministerin erwarten dürfen“, kommentierte Genett den Angriff der Lobbyistin. Schon zuvor hatten TK-Funktionäre mit vergleichbaren Äußerungen in durchschaubarer Weise das nahende Ende eines Wettbewerbers vorhergesagt. „Wir stehen zum Wettbewerb mit der TK, würden aber lieber bei den relevanten Fakten bleiben“, ergänzte Genett seine Kritik mit Verweis auf die Datenlage.

Reserven der PKV reichen für 9 Jahre, die der gesamten GKV gerade mal für fünf Wochen

Tatsächlich sind die Beiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und damit auch in der TK in den letzten zehn Jahren stärker gestiegen als in der PKV. Seit 2008 sind in der GKV die Beitragseinnahmen pro Kopf um 38 Prozent gestiegen, in der PKV um 35 Prozent. Doch anders als die GKV, finanziert die PKV mit den Beiträgen nicht nur die laufenden Behandlungskosten, sondern sorgt zusätzlich für die im demografischen Wandel steigenden Gesundheitsausgaben vor. Dieses generationengerechte Vorsorgekapital der PKV in Form von Alterungsrückstellungen hat sich in 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Heute haben rund 9 Millionen Privatversicherte über 210 Milliarden Euro für ihren höheren medizinischen Bedarf im Alter zurückgelegt. Zum Vergleich: Die TK als umlagefinanzierte Krankenkasse hat für ähnlich viele Versicherte, rund 10 Millionen, gerade mal Finanzreserven von knapp 1,1 Milliarden Euro. Die Reserven der PKV würden rechnerisch für ihre Gesundheitsausgaben von mehr als neun Jahre reichen, die der gesamten GKV gerade mal für fünf Wochen. „Das zeigt, wie viel nachhaltiger die Kapitaldeckung der PKV im Vergleich zum Umlagesystem der GKV ist – und wie sehr die TK heute mit ungedeckten Schecks auf Kosten zukünftiger Generationen lebt“, erklärt Genett und empfiehlt weiter: „Wer im demografischen Glashaus sitzt, sollte besser nicht mit Steinen werfen.“

Auch bei den Folgen der europäischen Niedrigzins-Politik sprechen die Fakten für die PKV. Trotz des Niedrigzins-Umfelds 2017 konnte die Branche auf ihre Kapitalvorsorge eine Nettoverzinsung von plus 3,5 Prozent erwirtschaften. Im gleichen Zeitraum musste die TK 3 Millionen Euro Negativzinsen zahlen und ihr Geld teilweise mit Minuszinsen von 0,4 Prozent anlegen.

 
 

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