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Assekurata-Marktanalyse: Wie jeder die Pflegevorsorge-Lücke schließen kann

27.02.2020

Viel günstiger als gedacht: Eine private Pflegezusatzversicherung ist deutlich preiswerter als die meisten Menschen glauben. Darauf weist die Ratingagentur Assekurata hin. Das Unternehmen hat Preise und Leistungen der Versicherungen analysiert und kommt zu dem Schluss: Eine „Vollkaskoabsicherung“ für den Pflegefall ist zu bezahlbaren Preisen möglich.

Die Kosten für Bewohner in Pflegeheimen sind in den vergangenen zwölf Monaten weiter gestiegen:  Zum 1. Januar 2020 zahlten Pflegebedürftige für die stationäre Versorgung im Schnitt 1.958,60 Euro pro Monat aus der eigenen Tasche (Vergleich zum 1.1.2019: 1.843,11 Euro; + 6,3 Prozent). Diese Eigenanteile setzen sich aus den unmittelbaren Pflegekosten (Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil) sowie den Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen zusammen. Betroffene müssen dieses Geld zusätzlich zu den (Teilkasko-) Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung aufbringen.

 
 

Die wachsenden Eigenanteile an den Kosten im Pflegefall haben die „Pflegevorsorge-Lücke“ erneut auf die politische Agenda gesetzt. Vor diesem Hintergrund hat die Rating-Agentur Assekurata untersucht, zu welchen Prämien und Bedingungen Verbraucher sich mit einer Pflegezusatzversicherung gegen dieses finanzielle Risiko schützen können.

Bürger überschätzen Kosten der privaten Pflegezusatzversicherung

In ihrer aktuellen Analyse „Absicherung im Pflegefall. Mit der Pflegezusatzversicherung von der Teil- zur Vollkasko“ kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die Bürger die tatsächlichen Kosten der privaten Pflegevorsorge weit überschätzen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach gingen die Befragten im Durchschnitt davon aus, dass es 161 Euro im Monat kosten würde, die Pflegevorsorge-Lücke zu schließen. Nach ihren finanziellen Möglichkeiten befragt, gaben die Teilnehmer im Durchschnitt an, 77 Euro pro Monat für die private Pflegevorsorge ausgeben zu können.

‚Vollkaskoabsicherung‘ für den Pflegefall zu bezahlbaren Preisen

Die Marktanalyse von Assekurata zeigt, dass sich der Eigenanteil an den Pflegekosten zu weitaus niedrigeren Prämien absichern lässt als gemeinhin angenommen. Eine vollständige Absicherung der Pflegelücke wäre beispielsweise mit einer Zusatzversicherung möglich, welche die gesetzlichen Teilkaskoleistungen bei ambulanter Pflege verdoppelt und im Fall stationärer Pflege in den Pflegegraden 2 bis 5 ein zusätzliches Pflegegeld von monatlich rund 2.000 Euro vorsieht. Dabei gilt grundsätzlich: Je früher eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen und mit dem Aufbau von Alterungsrückstellungen begonnen wird, desto geringer fällt der zu zahlende Beitrag aus. Eine „Vollkaskoabsicherung“ im Pflegefall gibt es Assekurata zufolge für Personen im Alter von 35 Jahren schon ab 34 Euro im Monat.

 
 

„Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die PKV-Unternehmen individuell bedarfsgerechte Pflegetagegeld- und Pflegekostenversicherungen anbieten, mit denen eine ‚Vollkaskoabsicherung‘ für den Pflegefall zu bezahlbaren Preisen möglich ist“, so Assekurata. In den meisten Fällen dürfte aber ein geringeres Pflegemonatsgeld ausreichen, um ausreichend für den Pflegefall vorzusorgen – dann reduziert sich der Beitrag entsprechend. Die individuelle Pflegelücke − und damit der individuelle Versicherungsbedarf – ist nämlich von Fall zu Fall sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab. Daher, so der Rat von Assekurata, sei eine genaue Bedarfsermittlung und fachkundige Beratung bei der Produktauswahl vor Vertragsabschluss wichtig.

 

Neuer Generationenvertrag für die Pflege

 

Der PKV-Verband setzt sich für eine generationengerechte Finanzreform in der Pflege ein: Ein neuer Generationenvertrag soll die Belastung der Älteren abfedern und die Jüngeren beim Aufbau einer privaten Eigenvorsorge unterstützen.

 

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