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Was ist das Neue am neuen „Pflege-TÜV“?

 

31.10.2019

Zum 1. November 2019 treten die neuen Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die vollstationäre Pflege in Kraft. Wir haben mit Frank Schlerfer, Abteilungsleiter des PKV-Prüfdienstes, darüber gesprochen, was die Versicherten vom neuen "Pflege-TÜV" erwarten können. 

Was ist das Neue am neuen „Pflege-TÜV“?

Die wesentliche Neuerung ist, dass die Prüfung selber sich nicht mehr ausschließlich auf einzelne Faktoren zur Bemessung von Qualität beschränkt, sondern zukünftig die Perspektive des Pflegebedürftigen im Vordergrund steht. Und methodisch im Rahmen der Prüfung in einem fachlichen Dialog mit Einrichtungsvertretern die Pflegesituationen betrachtet und bewertet werden. Bisher war es so, dass wir generalisierte Kriterien angelegt haben für die Pflegebedürftigen. Die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen wurden nur indirekt berücksichtigt. Das wird nun anders: Nun spielen auch die individuellen Bedürfnisse als Prüfmaßstab eine Rolle.

Wie transparent sind die Bewertungen?

Man wird zukünftig auf einen Blick zu erfassen: Wo steht eine Einrichtung? Man wird auch die Möglichkeit haben, sehr intensiv einzusteigen und zum Beispiel die Qualität in bestimmten Bereichen von einzelnen Einrichtung genauer einzusehen. Das wird sicher eine gewisse Fülle an Informationen mit sich bringen, aber dadurch dem Verbraucher auch die Möglichkeit geben, nach seinem Bedarf in entsprechender Tiefe der Ergebnisse einzusteigen.

 

Ist das neue Verfahren besser als das alte?

Wir hatten in der Vergangenheit standardisierte Kriterien. Und es gibt Einrichtungen, die eigentlich eine sehr gute Pflege leisten, dies wurde aber über das alte Prüfinstrument nur unzureichend abgebildet. Umgekehrt genau das Gleiche. Das neue System wird einen viel höheren Differenzierungsgrad haben. Das heißt, wir werden sicherlich eine breitere Streuung der Ergebnisse haben, sodass man Einrichtungen besser miteinander vergleichen kann. Natürlich müssen wir schauen, ob die notwendige Akzeptanz beim Verbraucher erreicht wird. Aber man kann heute schon sagen, dass ein altes System mit sehr geringer Aussagekraft, jetzt durch ein System abgelöst wird, das sehr viele Informationsbedürfnisse erfüllen kann.

Verbessert der neue Pflege-TÜV die Pflegequalität?

Es gab ja mal so eine platte Aussage: Qualität kann man nicht hineinprüfen. Dieser Satz ist sicherlich auf das neue Prüfinstrument übertragbar, weil das neue Prüfinstrument einen Qualitätsentwicklungs- und einen Qualitätsverbesserungsprozess in der Einrichtung unterstützen soll. Das heißt: Im Rahmen einer Qualitätsprüfung geht es nicht mehr nur darum, wo eine Einrichtung standardisierte Anforderungen nicht erfüllt, sondern darum, in einem fachlichen Dialog Verbesserungs- und Optimierungsmöglichkeiten gemeinsam mit Einrichtungsvertretern zu erarbeiten. Das ist förderlich für die Pflegequalität insgesamt. Und das ist ein Anliegen, was uns allen am Herzen liegt und was für den Verbraucher natürlich auch ganz wichtig ist.

 

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