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Warum privatversicherte Studierende sich doppelt freuen können

rothaariges Mädchen sitzt lächelnd mit einer Tasse Kaffee vor einem Laptop
 

13.08.2019

Zum 1. August 2019 ist eine Reform des „Bundesausbildungsförderungsgesetzes“ (BAföG) in Kraft getreten. Für privatversicherte Studentinnen und Studenten ist das eine doppelt gute Nachricht. Sie erhalten bei Bedürftigkeit mehr BAföG ausgezahlt, außerdem steigt in diesem Fall auch der Zuschuss zu ihrer Kranken- und Pflegeversicherung.

Doppelte Entlastung für privatversicherte Studierende

Im Zuge der Reform ist der sogenannte BAföG-Bedarfssatz von 649 Euro (399 Euro Grundbedarf plus 250 Euro Wohnpauschale) auf jetzt 744 Euro (419 Euro Grundbedarf plus 325 Euro Wohnpauschale) gestiegen. Studenten mit BAföG-Anspruch bekommen also bis zu knapp 100 Euro mehr im Monat.

Außerdem profitieren die Studierenden jetzt von erhöhten Zuschüssen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Denn diese sind mit der BAföG-Reform für diejenigen gesetzlich versicherten Studenten, die nicht in der Familienversicherung und deshalb beitragspflichtig sind, teurer geworden. Und mit dem Beitrag steigt der Zuschuss – unabhängig vom Versicherungsstatus.

So kommt es, dass auch privat versicherte Studierende den höheren Zuschuss bekommen – obwohl sich ihr Versicherungsbeitrag anders als in der GKV gar nicht geändert hat. Konkret erhöhten sich die Zuschüsse für BAföG-Empfänger von zuvor 71 auf 84 Euro für die Krankenversicherung sowie von 15 auf 25 Euro für die Pflegeversicherung.

Mehr Geld für ältere Semester

Noch mehr freuen können sich ältere Studierende: Ab dem 30. Lebensjahr erhalten sie künftig nachweisabhängig bis zu 155 Euro im Monat für die Krankenversicherung plus maximal 34 Euro im Monat für die Pflegeversicherung.

Das liegt daran, dass sich GKV-versicherte Studenten ab dieser Altersgrenze nicht mehr in der günstigeren gesetzlichen studentischen Krankenversicherung versichern dürfen. Die GKV stuft sie auf eine freiwillige Mitgliedschaft um, die deutlich teurer ist.

Bei privatversicherten Studenten gilt dieser höhere Zuschuss für ältere Studierende künftig analog – obwohl ihre Beiträge tarifabhängig und nicht zwanghaft an das Erreichen des 30. Lebensjahrs gekoppelt sind. In der Privaten Pflegepflichtversicherung ist dieser Zuschuss übrigens stets kostendeckend. Hier zahlen Studierende bis zum Alter von 39 Jahren nur 11,86 Euro im Monat. Ausgezahlt werden sämtliche Zuschüsse vom zuständigen Amt für Ausbildungsförderung.

GKV-Beitrag abhängig vom BAföG-Satz

Übrigens: Für gesetzlich versicherte Studierenden ohne BAföG-Anspruch hat die Reform weniger gute Auswirkungen. Ihre Versicherungsbeiträge steigen, ohne dass sie an anderer Stelle mehr Geld bekommen. Das liegt daran, dass der gestiegene BAföG-Bedarfssatz für Studierende die nicht (mehr) bei ihren Eltern leben, zur Berechnung des GKV-Beitrags für alle Studierenden herangezogen wird.

Die Formel lautet: Auf den BAföG-Bedarfssatz erhebt die Gesetzliche Krankenversicherung 70 Prozent ihres allgemeinen Beitragssatzes von 14,6 Prozent – also konkret 10,22 Prozent. Zu diesem sogenannten Sockelbeitrag addiert sich dann noch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag.

Durch die BAföG-Erhöhung stieg der Sockelbetrag somit um fast zehn Euro an: von 66,33 Euro auf 76,04 Euro im Monat. Das ist ein stolzes Plus von beinahe 15 Prozent. Für BAföG-Empfänger ist das undramatisch, weil der gestiegene Zuschuss zur Krankenversicherung diese Preiserhöhung auffängt. Alle GKV-versicherten Studenten, die kein BAföG erhalten, müssen nun aber deutlich mehr bezahlen.

 

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