• Vorlesen
  • A A A

Venture-Capital-Fonds der PKV: „Mehrwert für Deutschland“

 

16.01.2020

Voll wurde es gestern Mittag im Einstein Center Digital Future in Berlin. Dorthin hatte der PKV-Verband eingeladen, um seinen neuen Venture-Capital-Fonds Heal Capital vorzustellen. Der Fonds beteiligt sich künftig an jungen Unternehmen, die digitale Innovationen für die Gesundheitsversorgung entwickeln. Innerhalb weniger Wochen war es der PKV gelungen, bei den beteiligten Unternehmen über 80 Millionen Euro zu mobilisieren. Damit wurde in kürzester Zeit das Zielvolumen von 100 Millionen Euro bereits weitestgehend gefüllt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gehörte auch zu den zahlreichen Gästen. Er zeigte sich hoch erfreut über die Zusage der privaten Krankenversicherer, Wagniskapital in die digitale Versorgung des Gesundheitswesens und damit in die Gesellschaft als Ganzes zu investieren. Der Minister lobte den Willen der Unternehmen, sich in dem Bereich zu engagieren: „Es ist aus meiner Sicht mit einem Mehrwert für Deutschland verbunden.“ Insgesamt gebe es, so der Minister, ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Interesse daran, mit Venture Capital ein innovatives und digitales Gesundheitswesen mitzugestalten.

 

Eindrücke vom Themen-Lunch

Schnellerer Eingang in die Versorgung

Ralf Kantak, PKV-Vorsitzender, zeigte sich hoch zufrieden und erklärte: „Mit diesem Investitions-Kapital wollen wir gezielt die Qualität der medizinischen Versorgung vorantreiben, etwa bei digitalen Gesundheitsanwendungen, der Telemedizin, der digitalen Prävention oder der Digitalisierung der Pflege. Wir wollen letztlich dazu beitragen, dass digitale Innovationen schneller in der Versorgung ankommen.“

Der Fonds fördert Gesundheits-Startups nicht nur mit Investitions-Kapital, sondern unterstützt sie auch mit Knowhow beim Zugang zum medizinischen Versorgungsgeschehen. Dazu gehört auch, dass die PKV für innovative Angebote einen raschen Zugang zum Markt bieten kann, weil sie weniger Genehmigungshürden zu überwinden hat als die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Für mehr Geschwindigkeit

Fragen der Regulierung spielten auch bei der anschließenden Podiumsdiskussion eine wichtige Rolle. Katharina Jünger, Gründerin und CEO der TeleClinic GmbH, einem Anbieter für digitale Arztbesuche, berichtete über die Schwierigkeiten, digitale Anwendungen in einem gesetzlichen Krankenversicherungsrahmen zu integrieren. Vor diesem Hintergrund lobte sie den Wettbewerb im dualen System von GKV und PKV: Durch die private Krankenversicherung komme Geschwindigkeit in das duale Gesundheitssystem in Deutschland, die so ein gewaltiger Apparat auch benötigen würde.

Christian Weiß, Managing Partner bei heal capital, erläuterte, an welchen Stellen der Fonds neben der reinen Kapitalvergabe noch hilfreich sein könne. Häufiger Grund für die Zurückhaltung potenzieller Investoren sei die fehlende Kenntnis darüber, wie das Gesundheitswesen funktioniert. Hier könne der Fonds mit Expertise in den Bereichen Marktzugang und Erfolgsaussichten helfen, Investitionsstrategien zu entwickeln.

Prof. Dr. Dr. Felix Balzer, Vorstand des Einstein Center Digital Future, gab einen Einblick in die Möglichkeiten digitaler Innovationen im Gesundheitswesen. Er belegte dies am Beispiel eines Krankenhauses, das durch digitale Technologien die Möglichkeit hätte, die Gesundheitsdaten der Patienten einheitlich einzusehen, zu bewerten und durch eigene medizinische Behandlungen zu erweitern.

Wer nicht am Themen-Lunch teilnehmen konnte, kann sich hier das Veranstaltungs-Video in voller Länge ansehen.

 

Ähnliche Artikel

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten und um Nutzerverhalten und Marketingmaßnahmen in pseudonymer Form zu analysieren. Indem Sie fortfahren, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies und stimmen den Webanalyse-Maßnahmen zu. Ihr Einverständnis können Sie jederzeit widerrufen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Erweiterte Einstellungen