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UPD-Zwischenbilanz: Mehr Beratungen, konstant gute Neutralität

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16.12.2019

Wie unabhängig arbeitet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)? Angesichts des Trägerwechsels im Jahr 2016 hatten Kritiker Angst um die Neutralität der Berater. Entwarnung gibt nun ein umfassender Zwischenbericht: Er attestiert auch der neu gegründeten UPD gGmbH, dass Neutralität und Unabhängigkeit in der Beratung weiter gewährleistet sind.

Die Gutachter loben weitere Stärken der UPD: Zum Einsatz komme qualifiziertes Personal, das regelmäßig an Fortbildungen teilnehme. Das zentrale Qualitätsmanagement habe eine einheitliche, hohe Beratungsqualität zum Ziel. Und im Vergleich zu früheren Förderphasen habe die UPD unter dem neuen Träger die Erreichbarkeit verbessert und die Beratungszahlen deutlich gesteigert.

Auftrag der UPD ist es, die Patientenorientierung im Gesundheitssystem und die Gesundheitskompetenz zu stärken. Dazu soll sie Patientinnen und Patienten bundesweit unabhängig, neutral, qualitätsgesichert, kostenfrei und leicht zugänglich beraten. Finanziert wird das Beratungs- und Informationsangebot durch den GKV-Spitzenverband und den PKV-Verband.

Was die UPD noch besser machen muss

Trotz des positiven Gesamturteils nennt die Zwischenevaluation der UPD auch wichtige Handlungsfelder für die Weiterentwicklung des Angebots: So sollte es bei der Beratungsqualität zukünftig stärker darum gehen, die guten konzeptionellen Grundlagen noch besser in die Praxis zu überführen. Denn trotz durchgängig hoher Zufriedenheit der Ratsuchenden treten nach wie vor vereinzelt Qualitätsmängel auf.

Beim Personal muss die UPD aus Sicht der Gutachter stärker an der nachhaltigen Besetzung von Leitungsfunktionen und der Aufrechterhaltung der notwendigen Personalstärke arbeiten. Und trotz der stark gestiegenen Beratungszahlen lägen diese unter den erwarteten Zielen, sodass eine Steigerung der Beratungszahlen weiterhin im Pflichtenheft steht.

Vulnerable Zielgruppen stärker in den Fokus nehmen

Das Gutachten empfiehlt außerdem: Obgleich das Angebot der UPD schon jetzt breite Bevölkerungsgruppen und insbesondere auch sogenannte vulnerable Personen „in nennenswertem Umfang“ erreiche, sollten zielgruppenspezifische Angebote für vulnerable Zielgruppen weiter ausgebaut werden. Als vulnerable – wörtlich: besonders „verletzliche“ – Menschen zählen beispielsweise Erwerbslose, Personen mit niedrigem Bildungsabschluss, mit psychischen Belastungen oder mit Migrationshintergrund.

Die Gutachter rügen: Außer für Menschen mit Migrationshintergrund, für welche die PKV ein eigenes, muttersprachliches Beratungsangebot innerhalb der UPD finanziert, würden vulnerable Personengruppen noch nicht hinreichend als Zielgruppen definiert. Außerdem sollte die UPD für diese Zielgruppen stärker über eine Beratung vor Ort, im unmittelbaren Lebensumfeld nachdenken.

 

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