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Telemedizin in Deutschland: Die PKV treibt den Trend schon länger voran

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02.04.2020

Fördert die Corona-Krise den Siegeszug von Telemedizin in Deutschland? Aufgrund des sich ausbreitenden Corona-Virus meiden viele Patienten das Wartezimmer, um sich nicht zu infizieren. Deshalb suchen Patienten und Ärzte Alternativen zum direkten Kontakt in der niedergelassenen Arztpraxis. Eine Videosprechstunde könnte sich hier anbieten.

Corona-Krise befeuert das Interesse für Telemedizin in Deutschland

Eine Pionierin der Telemedizin in Deutschland ist Katharina Jünger. Sie gründete 2015 in München das Startup TeleClinic GmbH. Seit 5 Jahren verfolgt das Unternehmen die Vision, den digitalen Arztbesuch in Deutschland flächendeckend zu ermöglichen. Leichter gesagt als getan. In einem Gastbeitrag für das Magazin PKV Publik wies Jünger bereits im Jahr 2016 darauf hin, dass in Deutschland der Zugang zur Telemedizin im internationalen Vergleich eingeschränkt ist.   

Während Patienten in einigen Nachbarländern schon längst mit ihrem Arzt virtuell über das Internet und Video sprechen konnten, war dies für deutsche Patienten lange nicht möglich. Ärzten war es hierzulande verboten, eine Diagnose über Videotelefonie zu treffen. In den letzten zwei Jahren lockerte der Gesetzgeber die gesetzlichen Vorgaben.

Nun scheint die Corona-Krise der Telemedizin weiter Auftrieb zu geben, wie zahlreiche Medien berichten. Auch Katharina Jünger bestätigt: In den letzten Wochen haben die Anfragen durch Ärzte und Patienten um 170 Prozent zugenommen.

PKV als Vorreiter bei telemedizinischen Anwendungen

Das Interesse wächst. Trotzdem gestaltet sich der Durchbruch der digitalen Arztpraxis zäh, weil die Erstattung bisher nicht für alle Versicherten geregelt sei, heißt es in einem aktuellen WELT-Beitrag „Jetzt schlägt die Stunde der Telemedizin“. „Noch bekommen allerdings nur Privatpatienten die Kosten der Videosprechstunden erstattet“, schreibt das Blatt.  

Für Privatversicherte war es bereits vor der Corona-Pandemie möglich, sich den digitalen Arztbesuch erstatten zu lassen. Die Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) kennt die „Beratung auch mittels Fernsprecher“, die es dem Arzt unter anderem erlaubt, eine digitale Sprechstunde abzurechnen. Die PKV geht hier mit gutem Beispiel voran.    

Ähnlich wie in den Nachbarländern dürfte die digitale Sprechstunde auch in Deutschland zukünftig eine größere Rolle spielen. Die Aufmerksamkeit für das Thema in der Öffentlichkeit wächst nun rasant. Die Politik lockert die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Und auch dank der Privaten Krankenversicherung machen sich Ärzte immer mehr mit den technischen Möglichkeiten vertraut.      

 

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