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Neue Beitragsbemessungsgrenze: Beiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung steigen

09.10.2017

Die Bundesregierung hat wir jedes Jahr per Verordnung die Sozialversicherungs-Rechengrößen beschlossen, die ab Januar 2018 gelten werden. Dazu zählt auch die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung. Sie wird von aktuell 52.200 Euro auf 53.100 Euro angehoben. Für Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung mit einem Einkommen oberhalb der bisher geltenden Grenze bedeutet dies, dass sich mit einem Schlag drei Beiträge erhöhen: der allgemeine Beitrag zur Krankenversicherung, der kassenindividuelle Zusatzbeitrag und der Beitrag zur Pflegepflichtversicherung. Die betroffenen GKV-Versicherten müssen dann ab dem kommenden Jahr durchschnittlich 694,73 Euro im Monat für die Krankenversicherung und 112,84 Euro für die Pflegeversicherung (Kinderlose: 123,90 Euro) zahlen.

Für Privatversicherte hat die Beitragsbemessungsgrenze grundsätzlich keine Relevanz. Eine Ausnahme sind Versicherte im Basis- und Standardtarif. In beiden richtet sich der maximal zu zahlende Beitrag ebenfalls nach dem GKV-Höchstbeitrag. Allerdings ist der tatsächliche Beitrag im Standardtarif meist deutlich geringer, da die dort Versicherten in der Regel schon lange in der PKV sind und ihre Rückstellungen im Standardtarif berücksichtigt werden. Daher liegt der Beitrag im Durchschnitt bei rund 280 Euro monatlich. Mit der Verordnung wurde gleichzeitig die Versicherungspflichtgrenze von 57.600 auf 59.400 Euro pro Jahr angehoben. Erst ab diesem Einkommen haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich privat zu versichern. Der Zugang zur PKV wird damit erneut per Rechtsverordnung weiter eingeschränkt.