• Vorlesen
  • A A A

"Unser Ziel ist es, die Versorgungsqualität in der Prävention in Pflegeeinrichtungen zu stärken“

Andreas Besche

© PKV-Verband; Andreas Besche, Geschäftsführer Pflege

 

23.09.2020

Die Corona-Pandemie schlägt sich auch auf die Arbeit der Nationalen Präventionskonferenz nieder. Um die Hygieneregeln einzuhalten, wird das Präventionsforum am 23. September als hybride Veranstaltung – einer Mischung aus Vor-Ort- und Online-Format – durchgeführt. Ein thematischer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der „Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege“. Am Diskussionsforum wird auch Andreas Besche, Geschäftsführer Pflege beim PKV-Verband, teilnehmen. Im Vorfeld haben wir mit ihm über das Präventionsengagement der PKV in diesem Bereich gesprochen.

Herr Besche, eines der Schwerpunktthemen des diesjährigen Forums ist Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege. Welchen Beitrag leistet die Private Kranken- und Pflegeversicherung in diesem Bereich?

Das Thema hat viele Facetten. Wenn wir von Prävention in der Pflege sprechen, wollen wir die Gesundheit von beruflich Pflegenden, pflegenden Angehörigen und pflegebedürftigen Menschen schützen und stärken. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat als stimmberechtigtes Mitglied der Nationalen Präventionskonferenz im Zuge des 2015 verabschiedeten Präventionsgesetzes sein Präventionsengagement für die Pflegebedürftigen in Deutschland Schritt für Schritt ausgebaut. Verstärkt haben von der PKV geförderte Projekte gezielt die Gesundheit der Pflegebedürftigen in stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen in den Fokus genommen. Zudem unterstützen wir über die „Konzertierte Aktion Pflege“, einer Initiative der Bundesregierung zur Stärkung der Pflege, Aktivitäten, die pflegenden Angehörigen mehr Raum für die eigene Gesundheit geben.

Wie sieht die Unterstützung für pflegende Angehörige konkret aus?

Wir wollen pflegende Angehörige von Beginn an begleiten. In vielen Fällen trifft sie die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen ja völlig unvorbereitet. Körperliche und psychische Überlastung sind keine Seltenheit. Mit der Präventionsberatung für pflegende Angehörige hat die PKV-Tochter compass private pflegeberatung im Rahmen der gesetzlichen Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ein spezielles Beratungsangebot entwickelt, das seit diesem Jahr flächendeckend in der Pflegeberatung vor Ort umgesetzt wird. Der medizinische Dienst der Privaten MEDICPROOF bietet zudem ein Pflegetraining im eigenen Zuhause an. Dieses spezielle, individuelle und aufsuchende Beratungsangebot für pflegende Angehörige verfolgt unter anderem das Ziel, pflegebedingten körperlichen Belastungen vorzubeugen und sie zu vermindern. Zudem bietet die PKV-Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) umfangreiche wissenschaftsbasierte Informationen zum Thema Prävention in der Pflege, etwa über das Online-Portal www.pflege-praevention.de sowie eine Ratgeberreihe für die Pflegepraxis.

Sie sprachen zu Beginn über die PKV-Aktivitäten in stationären Pflegeeinrichtungen. Wie kann Gesundheitsförderung in einem Pflegeheim aussehen?

Die Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen ist ein Bestandteil des gesetzlichen Leistungskatalogs der Pflegepflichtversicherung. Selbst im hohen Alter spielen körperliche Bewegung und Mobilität eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Das gilt auch für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Mit dem Projekt „PfleBeO: Pflegeeinrichtungen – Bewegungsfreundliche Organisationen“ will der PKV-Verband Pflegeeinrichtungen dabei unterstützen, bewegungsfördernde Strukturen und Prozesse auszubauen.

Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung eines Qualifizierungsangebots: Ausgebildete „Bewegungsberater*innen für Pflegeeinrichtungen“ sollen Pflegeheime mit Beratungs- und Schulungsleistungen sowie Netzwerkarbeit zur Seite stehen und in den Organisationen nachhaltig Veränderungen hin zu mehr Bewegungsgesundheit bewirken. In einem nächsten Schritt weiten wir unsere Aktivitäten auch auf die Stärkung kognitiver und psychosozialer Gesundheit aus. Unser langfristiges Ziel ist es, die Versorgungsqualität in der Prävention in Pflegeeinrichtungen zu stärken. Dies soll durch eigens qualifizierte Leistungserbringer unterstützt werden.

Die Gesamtausgaben des PKV-Verbandes im Zusammenhang mit dem Präventionsgesetz belaufen sich auf rund 22 Millionen Euro im Jahr – davon stehen rund 3,2 Millionen Euro für die Förderung der Altersgesundheit zur Verfügung. In welche Bereiche fließen die weiteren Fördermittel?

Von dem Engagement profitieren bereits heute Menschen jeden Alters, vor allem in besonders herausfordernden Lebenssituationen. Im Fokus stehen dabei Settingprogramme zur Förderung der psychosozialen und sexuellen Gesundheit in allen Lebensphasen, der Suchtkompetenz bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, der Ernährungsgesundheit von Kleinkindern in den ersten 1.000 Lebenstagen, der Bewegungsgesundheit im Alter oder der Gesundheitskompetenz. Bis 2022 wollen wir diese Schwerpunkte weiter vorantreiben und durch entsprechende innovative, digitale Angebote ergänzen.

 

Ähnliche Artikel

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten und um Nutzerverhalten und Marketingmaßnahmen in pseudonymer Form zu analysieren. Indem Sie fortfahren, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies und stimmen den Webanalyse-Maßnahmen zu. Ihr Einverständnis können Sie jederzeit widerrufen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Erweiterte Einstellungen