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44 Millionen Euro für neue Pflege-Stellen

Pfleger im Pflegeheim

© istock: @kzenon

 

03.09.2019

Fehlendes Fachpersonal ist eine der zentralen Herausforderungen in der Pflege. Zwar ist die absolute Zahl der Pflegerinnen und Pfleger in ambulanten Diensten, Krankenhäusern und Pflegeheimen 2018 gestiegen, doch nimmt der Fachkräftemangel aufgrund des steigenden Bedarfs insbesondere in der Altenpflege weiter zu.

Abhilfe soll das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) schaffen. Es sieht unter anderem vor, dass Einrichtungen in der vollstationären Pflege 13.000 neue Stellen erhalten. Das Gesetz wurde von Bund und Ländern Ende des vergangenen Jahres verabschiedet und trat zum 1. Januar 2019 in Kraft.

Finanziert werden die neuen Pflege-Stellen von den Gesetzlichen Krankenkassen und der Privaten Pflegepflichtversicherung. Die privaten Versicherungsunternehmen übernehmen gemäß ihrer Versichertenzahl einen festgesetzten Anteil in Höhe von jährlich 44 Millionen Euro.

Erste Zwischenbilanz: 3.000 Anträge, aber schleppende Bewilligung

Seit Jahresbeginn können Pflegeheime für zusätzliche Stellen einen finanziellen Zuschlag bei den Leistungsträgern beantragen. Der Anspruch auf zusätzliches Personal richtet sich dabei nach einem einfachen Verteilungsschlüssel. Einrichtungen mit bis zu 40 Bewohnern erhalten demzufolge eine halbe Pflegestelle, Einrichtungen mit 41 bis 80 Bewohnern bekommen eine Pflegestelle und Einrichtungen mit 81 bis 120 Bewohnern eineinhalb neue Stellen. Bei Einrichtungen mit mehr als 120 Bewohnern sind zwei weitere Pflegestellen vorgesehen.

Das Gesetz sieht aber nicht nur die Neuschaffung von Stellen vor. Einrichtungen können auch bestehende Teilzeitstellen aufstocken oder in Ausnahmefällen Pflegehilfskräfte zu Pflegefachkräfte ausbilden. Das ist dann möglich, wenn das Pflegeheim nach vier Monaten trotz intensiver Bemühungen die Stelle nicht besetzen konnte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gab kürzlich in einem Interview mit der Rheinischen Post bekannt, dass Pflegeinrichtungen inzwischen fast 3.000 Stellen beantragt hätten. In einem angespannten Arbeitsmarkt wie der Pflege sei dies schon ein kleiner Erfolg, kommentierte der Minister die Zahl und appellierte für eine schnelle und unbürokratische Bewilligung der Anträge. Tatsächlich sind bislang erst 300 Anträge von den Pflegekassen bewilligt worden. Der Grund dafür scheinen häufig unvollständig eingereichte Antragsunterlagen zu sein. Es besteht also noch deutlich Luft nach oben.

 

Aktualisiert: 04.09.2019

 

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