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PKV startet Digitalreihe zur Pflegereform

 

02.09.2020

„Schon wieder eine Pflegereform?“, lautete der Titel des gestrigen Auftakts der neuen Digitalreihe des PKV-Verbandes, die in den kommenden Wochen mit wechselnden Experten stattfinden wird, um verschiedene Aspekte der Pflegeversicherung und ihrer künftigen Finanzierung zu erörtern.

An die hundert Teilnehmer hatten sich gestern zugeschaltet, um mit Dr. Frank Wild, dem Leiter des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP), und Dr. Timm Genett, dem Geschäftsführer Politik beim PKV-Verband, über die finanzielle Lage der Pflegeversicherung und die möglichen Handlungsoptionen zu diskutieren.

Unter Hinweis auf den stetigen Anstieg der Eigenanteile, die für die Unterbringung im Pflegeheim aufzubringen sind, fordern in der gegenwärtige Debatte zahlreiche Stimmen eine Ausweitung der bestehenden Pflegeleistungen. 

Mehr Leistungen, aber wie finanzieren?

Genett verwies darauf, dass sich eine Dynamisierung der Pflegeleistungen (z. B. durch einen sogenannten Sockel-Spitze-Tausch) nachteilig auf die Beitragshöhe auswirken würde. Damit wäre das politische Ziel gefährdet, die Sozialabgaben nicht über 40 Prozent anwachsen zu lassen, um die Arbeitskosten des Standorts Deutschland wettbewerbsfähig zu halten. 

Wild berichtete, schon beim bisherigen Leistungsniveau betrage die verdeckte Verschuldung der Sozialen Pflegeversicherung 435 Milliarden Euro zu Lasten der nachfolgenden Generationen. Schon allein durch das bestehende  strukturelle Defizit zwischen Einnahmen- und Ausgabenwachstum sei in wenigen Jahren eine Beitragserhöhung von derzeit 3,05 auf bis zu 6 Prozentpunkte wahrscheinlich. Wenn die bevorstehende Pflegereform zusätzliche Leistungen einführe, würde dieser Anstieg noch verschärft. 

Die gegenwärtig diskutierten Modelle sähen allerdings nur zwei Finanzierungswege vor: Leistungsausweitungen über das Umlageverfahren zu bezahlen oder mit regelmäßigen Steuerzuschüssen. Das demografischen Problem, dass immer weniger Beitrags- und Steuerzahler für eine immer größer werdenden Zahl von Leistungsempfängern aufkommen müssen, werde dadurch nicht gelöst.

Private Vorsorge als Alternative

Wie kann die Pflege künftig gerecht für alle Generationen finanziert werden? Dazu hat der PKV-Verband ein eigenes Modell vorgelegt: Der „NeueGenerationenvertrag für die Pflege“ verbindet zusätzliche Hilfen für die ältere Generation mit einer Förderung der privaten Vorsorge als ergänzende Säule für die Jüngeren. Genett betonte, dabei könnten weitere Bausteine wie eine betriebliche Pflegezusatzversicherung z. B. nach dem Vorbild der IG Bergbau-Chemie, wertvolle Hilfe leisten. 

Informationen zu den kommenden Veranstaltungen finden Sie hier.

 

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