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PKV fördert klinische Krebsregister mit 5 Mio. Euro

© (c) istock: monsitj

 

06.02.2020

Zum Weltkrebstag am 4. Februar haben Experten vor einem deutlichen Anstieg der Krebsfälle gewarnt. Alleine in Deutschland sind 2019 etwa 500.000 Menschen an Krebs erkrankt. Nach aktuellen Prognosen wird die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen bis 2040 auf 600.000 pro Jahr steigen. Die Bundesregierung hat auf die Zunahme an Krebserkrankungen schon im Jahr 2008 reagiert und gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren den Nationalen Krebsplan ins Leben gerufen. Am Nationalen Krebsplan ist der PKV-Verband als eine von 25 Organisationen beteiligt.

Der Nationale Krebsplan soll die Krebsfrüherkennung und Krebsversorgung in Deutschland verbessern. Dafür wurden für vier Handlungsfelder 13 konkrete Ziele erarbeitet. Für die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung hat man den Krebsregistern eine zentrale Rolle in der Datensammlung und –aufbereitung zugeteilt und deren Ausbau und Vernetzung untereinander beschlossen. Die Private Krankenversicherung beteiligt sich seit 2014 an der finanziellen Förderung der Registerstellen. 

Was ist ein Krebsregister?

Ein Krebsregister ist eine Datenbank, in der systematisch Informationen über Tumorerkrankungen gesammelt werden. Es gibt zwei verschiedene Arten von Krebsregistern: epidemiologische und klinischen Krebsregister.

Ein epidemiologisches Krebsregister erfasst Daten zu Tumorerkrankungen bevölkerungsbezogen. So lässt sich ermitteln, wie häufig bestimmte Krebsarten in einer Region vorkommen. Forscher können anhand der anonymisierten Daten über Alter, Geschlecht und Wohnort der Patientinnen und Patienten sowie über deren Überlebenszeit neue Präventions- und Früherkennungsprogramme entwickeln oder Krebsursachen und Risikofaktoren identifizieren.

In einem klinischen Krebsregister werden Versorgungsdaten zu einem Patienten von Kliniken und niedergelassenen Ärzten zusammengeführt. Sie enthalten meist umfangreiche Informationen zu Erkrankungen und Behandlungen der betroffenen Patienten. Die Analysen dieser Daten aus dem Versorgungsalltag können helfen, viele Fragen zu diesen Erkrankungen zu beantworten. Damit kann die Forschung bestehende Behandlungsstandards auch außerhalb von klinischen Studien überprüfen. Auf Basis der Registerdaten können Forscher und Onkologen Krankheiten und deren Verläufe besser verstehen und die Wirksamkeit von Therapien auswerten.

Wie werden die Krebsregister finanziert?

In Deutschland sind die Bundesländer für die Krebsregister zuständig. Bundesweit werden in 15 klinischen Registerstellen (Berlin und Brandenburg arbeiten zusammen) Daten zu Krebserkrankungen und -behandlungen erfasst.

Die epidemiologischen Krebsregister werden ausschließlich durch die jeweiligen Landesbehörden finanziert. Für das Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (ZfKD) ist der Bund zuständig.

Die Finanzierung der klinischen Krebsregisterstellen hat das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG) im Jahr 2013 erstmals bundeseinheitlich geregelt. Danach fördern die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Private Krankenversicherung (PKV) die Krebsregisterstellen mit einer pauschalen Vergütung für jeden Versicherten, der in die Datenbank aufgenommenen wird.

Seit 2018 hat der PKV-Verband die Förderbedingungen mit den klinischen Krebsregistern neu verhandelt und entsprechende Verträge abgeschlossen. Auf dieser Grundlage zahlt der PKV-Verband für das Jahr 2018 insgesamt 4.895.859 Euro an Fördermitteln an die 15 klinischen Krebsregister in Deutschland.

 

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