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PKV-Beiträge: Kleine, regelmäßige Anpassungen bevorzugt

21.11.2020

Eine Umfrage belegt aufs Neue, dass den Deutschen kleine, regelmäßige Preisanpassungen lieber sind als große Erhöhungen nur alle paar Jahre. Für die PKV ist bislang eher die ungeliebte sprunghafte Entwicklung typisch - aufgrund gesetzlicher Vorgaben, die die Versicherer gerne ändern würden.

Wenn es um unvermeidliche Preissteigerungen geht, dann bevorzugen die Menschen in Deutschland kleine, regelmäßige Anpassungen. Weniger beliebt sind seltenere, dafür aber umso größere Preissprünge. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des INSA-Institutes.

Die Meinungsforscher hatten im Auftrag der PKV rund 2.000 repräsentativ Befragte gebeten, Stellung zu folgender These zu beziehen: „Wenn die Kosten zum Beispiel für Mieten, Strom oder Versicherungen schon steigen: Dann sind mir kleine, jährliche Anpassungen lieber, als große Erhöhungen nur alle paar Jahre.“ 61 Prozent der Befragten stimmten dem zu, während lediglich 16 Prozent diese Meinung nicht teilten. Knapp ein Viertel der Befragten war unentschlossen oder gab keine Auskunft.

 

Gesetzliche Vorgaben erzwingen PKV-Beitragssprünge

Diese Einstellung ist in der Bevölkerung sehr konstant: Vor zwei Jahren hatte eine INSA-Umfrage nahezu die gleichen Werte zutage gefördert. Und bereits vor 5 Jahren hatten ebenfalls nur 16 Prozent der These „Lieber öfter, dafür kleiner“ widersprochen. Damit ist nachhaltig belegt, dass ein Anpassungsrhythmus, wie er aufgrund rechtlicher Vorschriften typisch für die PKV ist, nicht gut ankommt. PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther erläutert das Dilemma der Unternehmen und ihrer Versicherten:

„Nach den gesetzlichen Vorgaben darf die PKV die Beiträge erst nachträglich an den tatsächlichen Kostenanstieg anpassen – und das auch erst dann, wenn vorgegebene Schwellenwerte überschritten werden. Dadurch kommt es oft zu einem Wechselbad zwischen mehreren Jahren ohne jeden Anstieg und dann einzelnen größeren Erhöhungen. Das wollen wir den Versicherten gerne ersparen. Dafür gibt es konkrete Vorschläge, doch leider blockiert die SPD die nötige Gesetzesänderung.“

Dagegen unterstützen Verbraucherschützer die Position der Branche: "Die unregelmäßigen Beitragssprünge sind für die Versicherten unbefriedigend, weil sie keine Planungssicherheit haben", sagt Lars Gatschke, Finanzexperte von der Verbraucherzentrale Bundesverband im Handelsblatt. Die Versicherungsunternehmen müssten nach Ansicht der Verbraucherschützer dazu verpflichtet werden, ihre Beiträge jährlich anzupassen. "Wir brauchen mehr Transparenz für die Versicherten und im Markt", so Gatschke.

Und in einer aktuellen Studie empfiehlt auch das renommierte IGES-Institut , die gesetzlichen Regelungen zu überarbeiten, damit Krankenversicherer – gemäß dem Ziel der Einkommensglättung über die Zeit – Beitragsanpassungen gleichmäßiger gestalten können und Kunden weniger durch abrupte Steigerungen belastet werden.

Vergleichbare Beitragsentwicklung in GKV und PKV

2021 wird offenkundig ein Jahr mit tendenziell stärkeren Beitragsanpassungen in der PKV. Nach der beschriebenen Systematik bleiben zwar auch diesmal wieder viele Millionen Versicherte ganz davon verschont, einige große Unternehmen haben aber bereits angekündigt, die Beiträge diesmal deutlicher anheben zu müssen. Auf lange Sicht allerdings steigen die Beiträge in der gesamten PKV nicht stärker an als in der Gesetzlichen Krankenversicherung: Seit 2011 waren es in der PKV im Schnitt 3,0 Prozent pro Jahr und in der GKV 3,3 Prozent.

 

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