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Pflegende Angehörige empfinden die Versorgung mit Medikamenten als schwierig

Medikation für Pflegebedürftige

© istock/ DoraZett

 

02.07.2019

Die Mehrheit der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird in häuslicher Umgebung betreut. In vielen Fällen übernehmen Angehörige die Betreuung ihrer pflegebedürftigen Familienmitglieder. Dabei stellt besonders der richtige Umgang mit Medikamenten viele Pflegende vor enormen Herausforderung, wie eine aktuelle Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) herausfand. Die Studie stützt sich auf die Befragung von 1.000 pflegenden Angehörigen in ganz Deutschland. 

Über 90 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschen nehmen Medikamente ein. Oftmals bleibt es nicht nur bei einer einzelnen Tablette, viele pflegebedürftige Menschen bekommen fünf oder sogar mehr Wirkstoffe verordnet. Das macht die Verabreichung komplex, denn nicht nur mögliche Wechselwirkungen sind aus gesundheitlichen Gründen zu beachten. In den Medikationsprozess sind meist unterschiedliche Akteure wie Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte involviert. Das kann zu Missverständnissen und Irrtümern führen. „Es ist nicht trivial, Verantwortung für die richtige Medikamenteneinnahme zu tragen, zum Beispiel für Zeitpunkt und Dosis“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. 

Pflegende Angehörige fühlen sich im Umgang mit Medikamenten unsicher   

Die Ergebnisse der Studie zeigen, wie stark der Umgang mit Medikamenten die pflegenden Angehörigen belastet:

  • 63 Prozent der Befragten empfinden die Versorgung der pflegebedürftigen Angehörigen mit Medikamenten als schwierig.
  • 77 Prozent geben an, dass es mindestens einmal zu Problemen im letzten halben Jahr kam. 35 Prozent geben an, dass mehr als einmal Probleme auftraten. 

Zu den häufigsten Problemen gehöre, dass ein Medikament aufgebraucht sei, zur falschen Zeit verabreicht wurde oder der Pflegebedürftige sich weigere, es einzunehmen. „Schwierig wird es insbesondere, wenn die pflegebedürftige Person vielleicht schlecht greifen oder schlucken kann, die Medikamente immer wieder vergisst oder nicht einnehmen möchte. Dadurch droht anhaltender Stress, der sich auch auf die Gesundheit der Angehörigen negativ auswirken kann“, so Suhr.

Nur die richtige Medikation kann Patientensicherheit gewährleisten

Insbesondere bei älteren Patienten, die mehrere Wirkstoffe einnehmen müssen, sei die Gefahr von Medikationsfehlern groß. Die ordnungsgemäße Abgabe benötige daher spezieller Qualifikationen, die die pflegenden Angehörigen in der Regel nicht besäßen. Erschwerend komme hinzu, dass es der pflegende Partner oder die pflegenden Kinder in den meisten Fällen auf sich allein gestellt seien. Es fehle schlichtweg an professioneller Unterstützung.


Die gesamte Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege können Sie hier abrufen.

  

 

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