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Pflegebedürftige müssen fast 2.000 Euro selbst zuzahlen

 

24.09.2019

Die sogenannte „Pflegelücke“ ist in diesem Jahr erneut deutlich angestiegen: Inzwischen beträgt der durchschnittliche Eigenanteil, den Pflegebedürftige bzw. ihre Angehörigen bei Unterbringung in einem Heim selbst tragen müssen, bundesweit etwa 1.928 Euro. Vor einem Jahr waren es noch etwa 115 Euro weniger. Das zeigt eine Auswertung der Pflegedatenbank des PKV-Verbandes, in der die Daten von mehr als 11.000 der insgesamt etwa 13.000 vollstationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland erfasst sind.

Die Auswertung der PKV-Datenbank basiert auf den Vergütungsvereinbarungen zwischen gesetzlichen Pflegekassen und Heimen. Diese Vereinbarungen gelten für privat und gesetzlich Versicherte gleichermaßen. Denn anders als in der Krankenversicherung ist der Leistungsanspruch in der Pflegeversicherung für gesetzlich und privat Versicherte gleich.

Pflegezusatzversicherungen können helfen

Zur Absicherung dieser Finanzierungslücke im Pflegefall lässt sich rechtzeitig vorsorgen – durch eine private Pflegezusatzversicherung. Mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland haben sich bereits dafür entschieden. Je früher die Versicherung abgeschlossen wird, desto günstiger bleibt der Beitrag dafür. Und an manchen Policen beteiligt sich sogar der Staat mit einem Zuschuss von 5 Euro im Monat.

Regionale Unterschiede bei Pflege-Eigenbeteiligung

Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, so zeigt die PKV-Pflegedatenbank deutliche regionale Unterschiede beim zu zahlenden Eigenanteil.

Am meisten müssen die Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen selbst zuschießen: Hier lag der Eigenanteil zum 1. September bei 2.406 Euro. Danach kommen das Saarland mit 2.301 Euro und Baden-Württemberg mit 2.250 Euro.

Am wenigsten bezahlen Pflegebedürftige in Mecklenburg-Vorpommern mit 1.346 Euro, Sachsen mit 1.350 Euro und Sachsen-Anhalt mit 1.401 Euro.

Wie berechnet sich der Eigenanteil im Pflegeheim?

Im Gegensatz zur Regelung vor der Pflegereform 2017 ist der zu zahlenden Eigenanteil nicht mehr abhängig vom Pflegegrad. Stattdessen setzt er sich zusammen aus dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die pflegebedingten Kosten der Pflegerade 2 bis 5, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie den Investitionskosten.

So teilt sich der Eigenanteil in NRW beispielsweise in 874 Euro für den EEE, in 1.010,75 Euro für Unterkunft und Verpflegung und 521 Euro für die Investitionskosten auf.

Die Einrichtungen finanzieren rein pflegebedingte Aufwendungen mit dem EEE und den Zuschüssen der Pflegeversicherung. Je höher der Pflegegrad der Heimbewohner, desto höher der Zuschuss der Pflegeversicherung. Welche Einnahmen eine Pflegeeinrichtung insgesamt aus den Zuschüssen der Versicherung erzielt, ist somit von der Zusammensetzung der Pflegegrade ihrer Bewohner. Den Rest ihrer Aufwendungen muss das Heim über den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil den Versicherten direkt in Rechnung stellen.

 

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